2. Januar 1906

Franz Stuck darf den Namenszusatz „von“ führen

München * Franz von Stuck wird in die „Adelsmatrikel“ eingetragen. 

Seither darf er den Namenszusatz „von“ führen. 


1906

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Stuck Franz von

Weitere Ereignisse im Jahr 1906

1906

München * In Deutschland setzt eine große Gründungswelle an „Kinematographentheatern“ ein.

Anno 1906

Au * Der „Arbeiter-Turn-Verein München-Ost“ gründet eine „Damenabteilung“, die zugleich eine der Ersten im „Deutschen Reich“ ist. 

1906

Ulm * Mit der Errichtung eines „Krematoriums“ in Ulm wird dann meist dieser Zielort gewählt.  

Der Ulmer Gemeinderat lässt sich die Kosten für ihr „Krematorium“ durch die vielen Aufträge aus München finanzieren.  

Anschließend wird die zurückgelieferte Urne in einem „Erdgrab“ bestattet.  
Das heißt, es werden dafür - bis zum Jahr 1904 - die gleichen Kosten wie für einen Sarg berechnet. 

1906

München - Obergiesing * Das Interesse an der „Feuerbestattung“ ist in München mittlerweile beträchtlich gestiegen, weshalb die Stadt erneut einen Antrag zur Errichtung eines „Krematoriums“ stellt.  

Schließlich einigt man sich auf einen Kompromiss. 

Der „Verein für Feuerbestattung“ pachtet von der Stadt München die auf dem „Ostfriedhof“ errichtete „Verbrennungsanlage für Sargbretter und Grabkränze“ und lässt die Anlage auf eigene Kosten zu einer „Leichenverbrennungsanlage“ umbauen. 

1906

München - Au * Die drei Arbeiter-Sportvereine der linken Isarseite schließen sich zum „Arbeiter-Turnverein München“ zusammen.

Der „Arbeiter-Turn-Verein München-Ost“ beharrt dagegen auf seine Eigenständigkeit.

Vermutlich am 1906

Au * Ein Teil der Entenbachstraße wird in Zeppelinstraße umbenannt. 

1906

Berlin * Der deutsche „Reichskanzler“ Bernhard von Bülow fordert „einen Platz an der Sonne“.  

In Afrika hatte Deutschland seit den 1880er Jahren mit Deutsch-Ostafrika, Togo, Kamerun und Deutsch-Südwestafrika Gebiete an der Ost- und Westküste besetzen können.

Deutschland wirft konkret ein Auge auf den belgischen und französischen Kongo. 

1906

München * Mit „Tante Frieda. Neue Lausbubengeschichten“ veröffentlicht Ludwig Thoma ein weiteres Buch. 

Ab 1906

München * Ludwig Thoma schreibt bis zur Einstellung der Zeitschrift „März“ im Jahr 1917 exakt 215 Artikel. 

1906

Tegernsee * Ludwig Thoma kauft ein Grundstück auf der „Tuften“ in Tegernsee. 

1906

Untergiesing * Das „Brausen- und Wannenbad“ an der Pilgersheimerstraße wird durch den Einbau von Wannenbädern im Kellergeschoß erweitert.

Es enthält jetzt zehn Wannenbäder für Männer und sechs für Frauen, sowie neun Brausenabteilungen für Männer und drei für Frauen.

Die Anlage umfasst Keller- und Erdgeschoß, sowie ein Obergeschoß über dem Mitteltrakt, die als Badewärterwohnung dient.

1906

Milbertshofen * Die Münchner bauen die größte, beste und schnellste „Radrennbahn der Welt“ in Milbertshofen.

Auf ihr fährt der Franzose Paul Guignard mit 101,2 Stundenkilometern einen Aufsehen erregenden „Weltrekord“.

1. Januar 1906

München * Nachdem die „Bayern“ mit dem „Münchner Sport-Club - MSC“ fusionieren, dabei aber ihre Eigenständigkeit und Verwaltung behalten, übernehmen die „Bayern, Fußballabteilung des Münchner Sport-Clubs“ die Spielkleidung des „MSC“ und begegneten künftig ihren Gegnern mit roten Hosen und weißen Hemden auf dem Spielfeld.

16. Januar 1906

Algeciras * Die „Internationale Konferenz“ zur „Souveränität Marokkos“ beginnt im spanischen Algeciras. 

6. April 1906

Kreuzviertel * Das neue bayerische „Landtagswahlgesetz“ tritt in Kraft. 

Es sieht die „direkte Wahl der Abgeordneten“ vor.

7. April 1906

Algeciras * Die „Internationale Konferenz“ im spanischen Algeciras endet.  

Auf der Konferenz wird zwar die „Souveränität Marokkos“ formell anerkannt.  
Doch die Polizei in den marokkanischen Häfen und das Bankwesen darf Frankreich gemeinsam mit Spanien verwalten.  
Deutschland erhält keinen Zugriff auf diese Kontrollen Marokkos.  

Damit hat Frankreich sein Hauptziel erreicht, während das „Deutsche Reich“ aufgrund seines aggressiven Vorgehens immer mehr an Ansehen verliert und zusehends in die außenpolitische Isolierung treibt.  
Auch für die sich bildende marokkanische Unabhängigkeitsbewegung stellte das Konferenzergebnis eine Niederlage dar. 

9. April 1906

Kreuzviertel * Der „Entwurf zum Wahlgesetz“ wird erstmals nicht von der Regierung eingebracht, sondern vom „Landtag“ in Form eines „Antrags“.  

Der Vorsitzende des „Ministerrats“, Clemens Graf von Podewils, unterstützt das Anliegen.  
In der „Kammer der Reichsräte“ bemüht sich besonders Prinz Ludwig [III.] um die Annahme des Entwurfs.  

Damit wird die „direkte Wahl“ und die „gesetzlich geregelten Wahlkreise“ eingeführt.  
Noch immer aber gilt das „relative Mehrheitswahlrecht“, das die kleineren Parteien benachteiligt. 

15. April 1906

Hackenviertel * In der Kaufingerstraße eröffnet mit dem „Welt-Kinematograph“ das erste fest installierte Kino in München.

2. August 1906

Berlin * Durch den anhaltenden und mit hohen Kosten verbundenen „Kolonialkrieg“ zuerst gegen die „Herero“ und jetzt gegen die „Nama“ ist die deutsche Regierung gezwungen, im „Deutschen Reichstag“ einen „Nachtragshaushalt“ in Höhe von 29 Millionen Reichsmark zu beantragen.

Vor allem die „SPD“ verweigert angesichts der „rücksichtslosen Kriegsführung“ mit zahlreichen Opfern ihre Zustimmung.
Auch der „Zentrumsabgeordnete“ Matthias Erzberger kritisiert die Ausgaben scharf und argumentiert gegen die „Kolonialkriege“, weshalb auch die „Zentrumsfraktion“ - zum Teil gegen ihren Willen - den „Nachtragshaushalt“ ablehnt.

Vertreter beider Parteien wollen der in Deutschland vorherrschenden patriotischen „Kolonialbegeisterung“ eine realistischere Sicht auf die Lage in den „Kolonien“ entgegensetzen, um den in „Deutsch-Südwestafrika“ tobenden Krieg zu beenden. 

25. August 1906

München * Der „Steyrer Hans“ stirbt und wird unter großer Anteilnahme der Münchner Bevölkerung am „Ostfriedhof“ beigesetzt.

September 1906

Theresienwiese * Die „Festwiese“ des „Oktoberfestes“ hat die heutigen Ausmaße erreicht. 

11. September 1906

München - Au * Der etablierte „Spediteur“ Jean Hopp stirb im Alter von 39 Jahren.

Er kaufte kurz vor seinem Tod die „Firma Falk & Fey“ samt Inventar um 2.000 Mark.
Der erst 1903 aus der damals bayerischen Rheinpfalz nach München zugewanderte Unternehmer wollte durch den Firmenkauf als „lange eingeführte Firma“ erscheinen.

6. Oktober 1906

München-Stadelheim * Ludwig Thoma muss eine sechswöchige Haft in der „Vollzugsanstalt Stadelheim“ antreten.

Anlass war sein Gedicht „An die Sittlichkeitsprediger in Köln am Rheine“

7. Oktober 1906

Au * Das Fey-Anwesen in der Entenbachstraße 63 [später: Zeppelinstraße 41] wird um 74.018 Mark an den „Spediteur“ Adolf Weiß und seine Ehefrau Maria über.

Nach Abzug aller ausstehenden Forderungen und Hypotheken, die noch der verstorbene Vater „infolge schlechten Geschäftsganges“ aufgenommen hat, verbleiben Karl Valentin und seiner Mutter etwa 6.000 Mark.

16. Oktober 1906

Obergiesing * Ludwig Thoma tritt eine sechswöchige Haftstrafe in der „Strafvollzugsanstalt Stadelheim“ an.

Er war für schuldig befunden worden, mit seinem Gedicht „An die Sittlichkeitsprediger“ die Kirche beleidigt zu haben.

12. November 1906

Isarvorstadt - Lehel * Kaiser Wilhelm II. eröffnet die provisorische Ausstellung des „Deutschen Museums“ im „Alten Nationalmuseum“ an der Maximilianstraße, dem heutigen „Völkerkundemuseum“.

13. November 1906

Isarvorstadt * Kaiser Wilhelm II. legt im Beisein des Kronprinzen Ludwig III. von Bayern den Grundstein für das „Deutsche Museum“.

15. November 1906

München - Zittau * Karl Valentin und seine Mutter melden sich in München ab und ziehen um nach Zittau.

Ab 15. November 1906

Isarvorstadt * Vom 15. bis 30. November 1906 findet unter dem „Allerhöchsten Protektorat Seiner Königlichen Hoheit“, des Prinzregenten Luitpold, die „Erste bayerische Geweih-Ausstellung“ im „Pavillon an der Ludwigsbrücke“ statt.

26. November 1906

Lehel * Das „Königlich Bayerische Arbeitermuseum“ in der Pfarrstraße 3 wird eröffnet.

13. Dezember 1906

Berlin * Bei der Abstimmung im „Reichstag“ kommt eine knappe Mehrheit von 177 zu 168 gegen den „Nachtragshaushalt zur Fortsetzung des südwestafrikanischen Kolonialkrieges“ zustande.

Daraufhin lässt „Reichskanzler“ Bernhard Fürst von Bülow - in Einvernehmen mit Kaiser Wilhelm II. - noch am gleichen Tag den „Reichstag“ auflösen. 

14. Dezember 1906

Eckernförde * Das erste deutsche „U-Boot“ mit der Bezeichnung „SM U 1“ wird in Eckernförde in Betrieb gestellt. 


Verwendet in Führung:

02. Haidhausen - dort wo's bogenhauserisch ist
25. Prinzregentenstraße



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Stuck Franz von