7. April 1813

Preußen will Baiern in der „antifranzösischen Koalition“

Berlin - München * Preußen verlangt den sofortigen Anschluss Baierns an die „antifranzösische Koalition“


1813

Suchbegriffe

Preußen, antinapoleonische Koalition, antifranzösische Koalition,

Weitere Ereignisse im Jahr 1813

1813

Haidhausen * Der „Landgerichts-Physikus“ Dr. Sieber wird neuer Besitzer des in Haidhausen gelegenen „Ridlerschlössls“.

Anno 1813

Haidhausen * Johann Peter von Langer, „Akademiedirektor“, erwirbt das Toerring-Seefeld‘sche „Salettl“ und baut es zum „Langer-Schlössl“ um.

1813

Lehel * Nachdem Anton Gruber ein „Caroussel“ und eine Schaukel aufstellt, wird aus dem „Lustigen Dörferl“ der „Prater“.

Der Gastwirt ist ein Vollprofi in Sachen „Volksbelustigung“.

1813

München * In München gibt es acht von der Polizei anerkannte „Bordelle“.

19. Februar 1813

München * Carl von Eichthal, der spätere „Kgl. Bay. Hofbankier“ und Mitbegründer der „Bayerischen Vereinsbank“, wird in München geboren. 

15. März 1813

Au * Franz Xaver Zacherl erwirbt die „Brauerei der Paulaner mit allen Pertinenzien“ um 13.000 Gulden.

Das „Heilig-Vater-Bier“ wird bald als „Zacherl-Öl“ und später als „Salvator“ berühmt.

18. März 1813

München * In einer von „Minister“ Montgelas veranlassten Anweisung heißt es: 

„Es ist Anzeige gemacht worden, daß mehrere Eleven der Akademie der bildenden Künste sich durch Schnurr- und Knebelbärte auszuzeichnen suchen.
Die Akademie erhält den Auftrag, sie zur Ablegung derselben sofort anzuweisen und überhaupt über ein ruhiges und sittliches Betragen sorgfältig zu wachen“
.

Besonders beunruhigend sind für die Regierung eine „auffallende Haartracht oder Abzeichen auf Mützen und Hüten“, die auf „geheime Verbindungen“ hindeuten könnten.

27. März 1813

Berlin - Paris * Preußen erklärt Frankreich den Krieg.
Damit beginnen die „Befreiungskriege“.

Nach dem gescheiterten „Russlandfeldzug“ sind in ganz Europa - und damit natürlich auch in Baiern - „Befreiungsbewegungen“ gegen Napoléon Bonaparte gewachsen.
Es geht um die Beseitigung der französischen Vorherrschaft und Fremdherrschaft in Europa. 

30. März 1813

Burk * Georg Christian Friedrich Bürklein wird  in Burk bei Ansbach in Mittelfranken geboren.

Er ist der erste Sohn eines Lehrerehepaares.
Den ersten Unterricht erhält der Friedrich genannte Knabe von seinem Vater.
Ab dem Alter von dreizehn Jahren interessiert sich Friedrich für Architektur.
Seine Wahl wird durch sein Zeichentalent unterstützt.

3. Mai 1813

Isarvorstadt * Ein Teil der „Neuen Isarkaserne“ an der Zweibrückenstraße, am Standort des heutigen „Marken- und Patentamtes“, ist mit Zimmern für 428 Mann und Stallungen für 104 Pferde bezugsfertig.

22. Mai 1813

Leipzig * Wilhelm Richard Wagner wird als jüngstes von neun Kindern des „Polizeiaktuars“, einem Schriftführer im Polizeipräsidium, und „Laienschauspielers“ Carl Friedrich Wilhelm Wagner und dessen Ehefrau Johanna Rosine in Leipzig geboren.

10. Juni 1813

München * Im „Königreich Baiern“ tritt das „Judenedikt“ in Kraft.  

Es legt detaillierte Rechte wie zahlreiche Beschränkungen für die „Juden“ und die genaue Zahl der „jüdischen Bevölkerung“ fest.  
Die letzte Auflage gilt bis 1861. 

27. Juli 1813

Kreuzviertel * Maria Ellenrieder schreibt sich als erste Münchner Kunststudentin an der „Akademie“ ein.

Bis 1841 weisen die „Matrikelbücher“ insgesamt 47 Kunststudentinnen aus.

13. September 1813

München * Ein Hochwasser reißt die Hälfte der „Äußeren Ludwigsbrücke“ weg.

Eine pervers neugierige Menschenmenge hat auf der „Äußeren Brücke“ gewartet, um dabei zu sein, wenn der nahe gelegene „Kaiserwirt“ in sich zusammenfallen und in den Isarfluten mitgerissen wird. 

Die Schaulustigen glauben sich auf der aus Stein erbauten Brücke in Sicherheit, da sie gerade ihr eine hohe Standfestigkeit unterstellen.

Der Fuhrknecht eines Brauwagens, der den Flussübergang gerade passiert hatte, warnte die „Gaffer“, dass die Brücke wankt.
Eine Totengräberin, die auf einem Schubkarren ein Kruzifix über die Brücke rollt, ruft: „Schauts auf, da Tod kummt!”

Unmittelbar danach „knickte der östliche Brückenpfeiler ein, die Brückendecke senkte sich und stürzte dann in die Fluten“.
Zwei weitere Bögen folgen nach.

108 Menschen stürzen in den tosenden Gebirgsfluss, nur sechs können gerettet werden.

Nach dem 13. September 1813

München * Nach dem Einsturz der „Isarbrücke“ untermauert Carl Friedrich von Wiebeking, der „Leiter der staatlichen Straßen- und Wasserbaubehörde“, seine Argumentation mit dem Hinweis, dass mit dem Abbruch des „Isartores“ das anfallende Abbruchmaterial beim Neubau der Brücke verwendet werden könne.  

Wiebekings Vorschlag wird jedoch verworfen, die weiteren Planungen erst im Jahr 1816 wieder aufgenommen. 

14. September 1813

Au * In der „Vorstadt Au“ wird ein „Municipalrat“, ein Gemeinderat, gebildet.

Die Au hat jetzt einen „Magistrat dritter Klasse“.

Oktober 1813

Theresienwiese * Das „Oktober-Fest“ fällt kriegsbedingt aus.

1. Oktober 1813

München * Das von Anselm von Feuerbach verfasste „Allgemeine Strafgesetzbuch“ tritt in Kraft. 

Das Gesetzeswerk gilt als fortschrittlich und wird zum Vorbild im In- und Ausland. 

3. Oktober 1813

Ried * Mit dem „Vertrag von Ried“ tritt Baiern noch vor der „Leipziger Völkerschlacht“ auf die Seite der Verbündeten Russland, Preußen und Österreich.

Dem baierischen König sind darin der derzeitige Besitzstand und die volle Souveränität über alle seine Gebiete zugesichert worden.

4. Oktober 1813

Haidhausen * „Lokalschulinspektor“ Hallmayr, der Bogenhausener Pfarrer, kann die Eröffnung der Haidhauser Schule im ehemaligen „Schlossgebäude“ vermelden, muss aber darauf aufmerksam machen, dass noch die nötigen Bänke, Öfen und andere Dinge fehlen.

Obwohl die Zahl der „schulpflichtigen Kinder“ wesentlich höher lag, fanden sich zur „Winterschule“ lediglich 234 Schüler ein, zur „Sommerschule“ sogar nur mehr 162 Kinder.

8. Oktober 1813

Ried * Mit dem „Vertrag von Ried“ vollzieht das „Königreich Baiern“ den Bündniswechsel zur „antinapoleonischen Koalition“

Nach achtjährigem Bündnis mit Frankreich wechselt Baiern auf die Seite der Alliierten.

Umgehend garantiert Österreich Baiern seine „Souveränität“ und seinen Besitzstand im Umfang von 1812. 
Gleichzeitig erklärt Baiern den Austritt aus dem „Rheinbund“.
Das zu stellende Truppenkontingent erhöht sich allerdings auf 36.000 Mann. 

Das „Oktoberfest“ fällt zum ersten Mal aus.

14. Oktober 1813

München - Paris * Das Königreich Baiern erklärt Frankreich den Krieg. 

16. Oktober 1813

Leipzig * Die „Völkerschlacht bei Leipzig“ beginnt als „Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege gegen Napoleon“.

Sie dauert bis zum vom 19. Oktober 1813.
Dabei kämpfen die Truppen der Verbündeten Österreich, Preußen, Russland, Schweden und Baiern gegen die französischen Truppen.

Die „Verbündeten“ bringen Napoleon Bonaparte die entscheidende Niederlage bei, die ihn zwingt, sich mit der verbliebenen Restarmee und ohne Verbündete aus Deutschland zurückzuziehen.

In dieser wahrscheinlich „größten Schlacht der Weltgeschichte“ werden von den rund 600.000 beteiligten Soldaten 92.000 getötet oder verwundet.

22. Dezember 1813

Haidhausen * Der „Direktor der Akademie der Bildenden Künste“, Johann Peter von Langer, kauft vom Haidhauser „Hofmarkherrn“ Anton Clemens von Toerring-Seefeld noch weitere Grundstücke aus dem westlichen Teil des ehemaligen „Schlossgartens“ als Bauplätze für Wohnhäuser an der neu angelegten Schlossstraße.


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Preußen, antinapoleonische Koalition, antifranzösische Koalition