1782

Philipp Apians „Baiernkarte“ wird als „wertloser Plunder“ verbrannt

München * Die aus dem Jahr 1563 stammende, rund sechs mal sechs Meter große „Baiernkarte“ des Philipp Apian wird als „wertloser Plunder“ verbrannt. 

Zum Glück haben sich die 24 verkleinerten Holzschnitte der Karte erhalten, die als „Baierische Landtafeln“ bekannt sind. 


1782

Suchbegriffe

Baiernkarte, Baierische Landtafeln,

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Weitere Ereignisse im Jahr 1782

1782

München * Lorenz von Westenrieder stellt fest:

„Allgemein nimmt der Bürger und Handwerker kein Frühstück. 
Man setzt sich um 11 Uhr zur ersten und um 6 Uhr nachmittags zur zweiten Mahlzeit.

Rind-und Kalbfleisch, Bier und Brot sind das gewöhnlichste, was er genießt. Schweine-, Kalbs- und Gänsebraten sind seine besten Gerichte und Bier sein bester Trank.

Wein und Branntwein werden ordentlicherweise nicht getrunken, auch kein Toback geschmaucht“.

So ist seit Aventin in den unteren Schichten des Volkes der Wein völlig vom Bier verdrängt worden.

1782

München - Au - Haidhausen - Giesing * Kurfürst Carl Theodor erlässt ein „Dekret“ gegen die allzu zahlreichen Handwerker des Münchner „Ostends“, in dem es heißt:

„Sie nehmen den bürgerlichen Handwerksleuten die Nahrung weg und verfallen doch bald dem Bettel und dem Almosen“.

1782

Glarus * Im evangelischen Glarus in der Schweiz wird die „pflichttreue Dienstmagd“ Anna Göldi als letzte „Hexe“ auf dem Boden des „Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation“ hingerichtet.

1782

München-Englischer Garten - Lehel * Die „kurfürstlich privilegierte Tabakfabrique“ wird gegründet. 

Eine der zwei Zufahrtsstraßen führt über die „Hofwiese“ und wird im Jahr 1789 Teil des „Englischen Gartens“.

1782

München * In seinen „Beschreibungen der Haupt- und Residenzstadt München“ bezeichnet Lorenz von Westenrieder das „Buden- und Wandertheater“ als ein beliebtes Freizeitvergnügen aller bürgerlichen Stände.

Besonders das einfache Volk findet Gefallen an den derben Späßen und Spektakelstücken.

Der „Schauspieldirektor des Dulttheaters“, Lorenz Lorenzini, macht mit seiner „Kreuzerkomödie“ - so genannt, weil der Eintritt nur einen Kreuzer kostet - Furore. Pathos und Rührung, Zoten und Hanswurstiaden beherrschen das Stück.

Das Volk liebt sein „Lipperl-Theater“.

12. Januar 1782

Wien * Kaiser Joseph II. hebt in seinen „Erblanden“ 738 Klöster auf.

Alle Klöster, die sich nicht der Schulbildung oder Krankenpflege widmen, sind von diesem Erlass betroffen. 

10. April 1782

München-Graggenau * In München lässt sich ein „Hundemarkt“ auf dem heutigen „Marienplatz“ nachweisen.  

Er findet Sonn- und Feiertags zwischen zehn und zwölf Uhr statt.  
Der private „Hundehandel“ wird verboten. 

11. April 1782

New York * Benjamin Thompson trifft in New York ein und kümmert sich um die vollständige Rekrutierung seines „Königlichen Amerikanischen Dragoner-Regiments“.

1. Mai 1782

München-Kreuzviertel * Mit Papst Pius VI. besucht erstmals ein Papst München. 

Er sucht den „Bürgersaal“ zum Gebet auf. 

18. Mai 1782

München-Graggenau * Laut einer Verordnung dürfen Hunde nicht in den „Hofgarten“ mitgenommen werden. 

1. August 1782

New York * Das von Benjamin Thompson rekrutierte „Königliche Amerikanische Dragoner-Regiment“ ist kampfbereit.

17. September 1782

Mannheim * Der Architekt Carl von Fischer wird in Mannheim geboren. 

27. September 1782

Amerika * Benjamin Thompsons „Königliches Amerikanisches Dragoner-Regiment“ wird erstmals in Kriegshandlungen verwickelt.

23. Oktober 1782

München * Die „Hundefänger“ erschlagen 83 streunende Hunde. 

30. November 1782

Großbritannien - USA * Großbritannien und die „Vereinigten Staaten von Amerika“ unterzeichnen einen „Friedensvertrag“, der allerdings erst am 3. September 1783 rechtskräftig wird.

31. Dezember 1782

München * Laut Lorenz von Westenrieder gibt es in München „nebst den pfuschenden und heimlichen“ weit über fünfzig „Kaffeehäuser“


Verwendet in Führung:

15. Lehel



Baiernkarte, Baierische Landtafeln
Apian Philipp Kartograph