Juli 1954

Die Ruine des „Siegestores“ soll abgerissen werden

Maxvorstadt - Schwabing * Die Ruine des „Siegestores“ soll abgerissen werden.

Dank des „Amtes für Denkmalpflege“ wird es 1956 jedoch notdürftig geflickt.


1954

Suchbegriffe

Siegestor, Amt für Denkmalpflege,

Weitere Ereignisse im Jahr 1954

Ab 1954

Sylvensteinspeicher * Zwischen 1954 und 1957 entsteht der „Sylvensteinspeicher“.

Damit wird die reißende Isar gezähmt.

Ab 1954

Englischer Garten - Lehel * Der „Verein zum Wiederaufbau des Chinesischen Turms“ lässt den „Monopteros“, das „Rumford-Denkmal“ und die Figur des „Harmlos“ instandsetzen.

1954

Graggenau * Die größte „Telefonvermittlungszentrale“ Deutschlands nimmt in der „Residenzpost“ den Betrieb auf.

1954

Kreuzviertel * Die im Krieg teilweise zerstörte „Karmeliten-Kirche“ wird bis 1957 von dem Architekten Sep Ruf zu einem modernen Versammlungs- und Vortragssaal sowie zu einer Kapelle und einer Bibliothek umgebaut.

Die vom „Erzbischöflichen Ordinariat“ genutzten Gebäudeteile des vollkommen zerstörten Klosters werden abgetragen und im Stil der Zeit neu erbaut.

1954

Au * Am „Karl-Valentin-Geburtshaus“ in der Zeppelinstraße 41 wird eine Gedenktafel für den großen Komiker angebracht und von seiner langjährigen Partnerin Liesl Karlstadt eingeweiht. 

Anwesend ist auch Schorsch Blädel und viele Fahnenabordnungen.

Die Tafel ist eine Stiftung der „Freunde des Nationaltheaters“ unter Federführung der Süddeutschen Zeitung.
Anlass ist die 100-jährige Eingemeindung der Au, Haidhausens und Giesings nach München. 

1954

Kaltenberg * Dr. Fritz Schülein verkauft das „Schlossgut Kaltenberg“ an Prinz Heinrich von Bayern und dessen Schwester Irmingard.

1954

Bonn * Dr. Hermann Schülein erhält das „Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland“.

1954

Maxvorstadt * Das Haus in der Richard-Wagner-Straße 7 gehört dem „Katholischen Werkvolk, Diözesanverband München-Freising“.

1954

Kreuzviertel * 2.000 Mitarbeiter kümmern sich im neugestalteten und renovierten „Kaufhaus Oberpollinger“ um die Kundschaft. 

Der Werbeslogan bringt es auf den Punkt: „Außen im vertrauten Kleid - Innen nach der neuen Zeit“

13. Februar 1954

München * Die Münchner Einzelhandelsgeschäfte sind mit den Gewerkschaften einig, dass die Geschäfte am Samstagnachmittag - mit Ausnahme des ersten Samstags im Monat - um 14:00 Uhr schließen.

Nur die Firmen „C&A Brenninkmeyer“ und „Salamander“ wollen ihre Geschäfte jeden Samstag bis 17:00 Uhr geöffnet halten.

20. Februar 1954

München * Die „Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen - HBV“ und die „Deutsche Angestellten-Gewerkschaft - DAG“ haben wieder ihre Mitglieder mobilisiert.

Ab 14 Uhr halten etwa 1.000 Demonstrant/innen die Zugänge der Filialen der Firmen „C&A Brenninkmeyer“ und „Salamander“ besetzt.
Gegen 16 Uhr wird die Kaufingerstraße von einer Hundertschaft der Polizei mit vorgehaltenem Karabiner, berittener Polizei und dem Wasserwerfer geräumt.

Sechs Demonstranten werden verhaftet.

27. März 1954

München * Der DGB und die Einzelgewerkschaften haben zu einem neuen Protestmarsch mobilisiert, den das Verwaltungsgericht wenige Stunden vor Beginn der Veranstaltung auf Antrag des „Kaufhauses C&A Brenninkmeyer“ verbietet.

Unabhängig davon setzt sich der Protestmarsch mit rund 2.000 Demonstranten von der Herzog-Wilhelm-Straße aus in Bewegung.
Es kommt zur Eskalation mit der „martialisch auftretenden“ Polizei, nachdem etwa fünfzig berittene Polizisten versuchen, die Demonstranten und Passanten in die Seitenstraßen abzudrängen. 

Mehrere hundert Polizisten gehen mit ihren Karabinern gegen die Menschen vor, schlagen zum Teil auf diese ein und nehmen 53 Demonstranten fest.
Schaufensterscheiben gehen durch Polizeipferde zu Bruch.
Der berühmt-berüchtigte Wasserwerfer steht bereit.

Einige Demonstrantinnen und Demonstranten werden schwer verletzt, der Verkehr ist für Stunden unterbrochen, das normale Leben setzt erst in den Abendstunden wieder ein.

10. April 1954

München * Die Firmen „C&A Brenninkmeyer“, „Salamander“ und „Woolworth“ halten ihre Geschäfte wieder offen.

5.000 Gewerkschafter demonstrieren durch die Neuhauser- und Kaufingerstraße zum Jakobsplatz.
Sie ziehen an den geöffneten Geschäften lediglich vorbei und rufen dabei ihre Parolen.

12. April 1954

USA * Bill Haley nimmt „Rock around the clock“ als B-Seite von „Thirteen Women“ auf. 

Der Song verschwindet nach einer Woche in den Top 30 wieder aus den Hitlisten.

Um den Mai 1954

Edinburgh * Münchens erste Städtepartnerschaft wird mit der schottischen Hafenstadt Edinburgh geschlossen.

Es beginnt ganz klassisch mit einem Schüleraustausch. 

Mai 1954

Großlappen * Nach nur viermonatiger Bauzeit wird in Großlappen eine „Großanlage für Müllverwertung“ in Betrieb genommen.

Sie ist für eine Jahreskapazität von 500.000 Kubikmetern ausgelegt und soll die Abfallentsorgung und Verwertung für die kommenden Jahrzehnte sicherstellen.

Das Kernstück der Anlage ist eine „Sortierhalle“, in der Magnete das Eisen aus dem „Müll“ fischen. Die anderen zur Verwertung geeigneten Altstoffe wie Buntmetalle, Papier, Textilien, Bettfedern, Glas und Schweinefutter - es gibt eine eigene „Schweinemästerei“ - werden von Hand aussortiert.

Damit kann die in der „Deponie Großlappen“ endgültig auszulagernde Restmüllmenge beachtlich reduziert werden.

1. Mai 1954

München * Der „Deutsche Gewerkschaftsbund - DGB“ fordert die Einführung der „Fünf-Tage-Woche“ und eine „Wochenarbeitszeit von 40 Stunden“.

An den Litfaßsäulen hängen Plakate mit der Aufschrift „Samstags gehört Vati mir“.

Anfang Juni 1954

München * Die Gewerkschaften schließen mit „C&A Brenninkmeyer“ einen Vergleich.

Die Firma verzichtet auf eine Entschädigung von 250.000 DMark und die Gewerkschaften entschuldigen sich für die Beleidigungen in einem Flugblatt vom 20. Februar 1954.

Und nachdem sich viele andere Groß- und Mittelbetriebe für Samstagnachmittags-Öffnungszeiten nach 14 Uhr aussprechen, bricht der Widerstand zusammen.

Der „Ladenschluss-Krieg“ ist damit beendet.

7. Juni 1954

USA * „Shake, Rattle and Roll“ von Bill Haley erscheint und wird seine erste Goldene Schallplatte. 

11. Juli 1954

Graggenau * Der im Krieg schwer zerstörte „Fischbrunnen“ wird unter Verwendung erhaltener Figuren neu gestaltet und wieder zum Fließen gebracht.

17. Juli 1954

Hamburg * Angela Merkel, die spätere Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland und CDU-Vorsitzende, wird in Hamburg geboren. 

September 1954

Theresienwiese * Das „Bräurosl-Festzelt“ erhält eine neue Fassade, die an ein oberbayerisches Bauernhaus im Bundwerkstil erinnert.

Die Fassade prägt bis heute das Gesicht des „Bräurosl-Festzelts“.

1. Oktober 1954

München * Dr. Hermann Schülein nimmt an den Feierlichkeiten aus Anlass des „100. Jahrestages der Eingemeindung der Au, Giesings und Haidhausens nach München“ teil.

28. November 1954

Bayern * Bei der „Landtagswahl“ Wahl bleibt die CSU zwar stärkste „Fraktion“.

Doch der SPD-Vorsitzende Waldemar von Knoeringen verständigt sich mit dem „Bayernpartei-Vorsitzenden“ Joseph Baumgartner. Nach dem Motto „Es geht auch ohne CSU“ kommen noch die FDP und der BHE dazu, womit die „Viererkoalition“ perfekt ist.

Wilhelm Hoegner, SPD, wird „Ministerpräsident“, Joseph Baumgartner, BP, sein Stellvertreter. 


Verwendet in Führung:

09. München von hinten
42. Maxvorstadt



Siegestor, Amt für Denkmalpflege