2. Dezember 1805

Napoleon Bonaparte gewinnt die „Dreikaiserschlacht“ bei Austerlitz

Austerlitz * In der „Dreikaiserschlacht bei Austerlitz“ besiegt Napoleon Bonaparte unter Mitwirkung baierischer Truppen bei Austerlitz die die „österreichisch-russische Koalition“ des römisch-deutschen und österreichischen Kaisers Franz und des russischen Zaren Alexander I.. 

Damit ist der „Dritte Koalitionskrieg“ militärisch entschieden.


1805

Suchbegriffe

Dritter Koalitionskrieg, Dreikaiserschlacht, Austerlitz, Österreich, Russland,

Personen

Napoleon Bonaparte französischer Kaiser

Weitere Ereignisse im Jahr 1805

1805

München * Reichsgraf Rumford wird „Präsident der Akademie der Wissenschaften“ in München.

1805

München * Adrian von Riedl wird mit 59 Jahren in den Ruhestand versetzt.

Trotz seines grünen Paradieses am Rande des „Englischen Gartens“ behagt ihm die Ruhe nicht, weshalb er den Bau einer Mühle plant.
Der an seinem Grundstück vorbeifließende „Eisbach“ mit einem Wasserdurchlauf von 22 Kubikmetern pro Sekunde erscheint ihm dafür ideal.

Ab 1805

Bogenhausen * Durch die ab der „Bogenhausener Brücke“ in Richtung Oberföhring beginnende Isarregulierung durch Oberst Adrian von Riedl wachsen Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas 117 Tagwerk Grund zu.
Auf dem Gelände entsteht später der heutige „Herzogpark“.

Neben seinen Münchner Besitzungen hat Montgelas noch kleinere und größere Besitzungen über ganz Baiern verstreut. 

1805

Haidhausen * Die „Baierische Landesregierung“ gibt der „Hofmarkverwaltung“ die Schuld an den unhaltbaren Zuständen in Haidhausen, da sie „ständig ganz unvermögenden Leuten die Ansiedlung und Verehelichung genehmige, sich aber dann nicht mehr um sie bekümmere, so daß sie in Armut gerieten und zum Bettel ihre Zuflucht nehmen müßten, um ihren Lebensunterhalt zu gewinnen“.

1805

Schloss Nymphenburg * Der „Oberstbergrat“ Josef von Baader erfindet eine „Wassertretmaschine", mit der er über die Nymphenburger Parkseen „radeln" kann.

Diese „Spielerei", wie er seine Erfindung selbst nennt, bringt ihn auf die Idee,ein ähnliches Fahrzeug auch für die Straße zu bauen.

Ganz aus Holz bastelt er dieses anno 1805 zusammen und unternimmt damit mehrere Versuchsfahrten zwischen München und Nymphenburg.
Baader gilt seither als der erste Mensch, der „sich mit Hilfe von zwei Rädern fortbewegen konnte".

1805

München * Im Zuge der bevorstehenden Auflösung des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ - ist Kurfürst Max IV. Joseph fest entschlossen, die „Post“ künftig als Staatsaufgabe selbst zu übernehmen.

Bestärkt wird der Wittelsbacher vom „Generallandesdirektor“ Joseph Maria von Weichs, der ihm den Rat gibt, „daß der gegenwärtige Zeitpunkt der schicklichste sey, das Postregal [der Thurn und Taxis] einzuziehen und unter landesherrlicher Verwaltung auszuüben“.

1805

Au * Die „Hoffischerei“ wird aufgelöst.

Das Haus des Hoffischers geht an die „Strafarbeitshaus-Verwaltung“ über.

1805

München * Joseph Sulzbeck tritt mit seiner dreisaitigen Bassgeige in verschiedenen Wirtschaften auf.

1805

München * Die „Gesetze zur Ergänzung des stehenden Heeres“ von 1805 und 1812 gestatten dem Bürgertum großzügige „Befreiung vom Wehrdienst“.

22. März 1805

München-Lehel * Kurfürst Max IV. Joseph überträgt der Militärbehörde das säkularisierte Kloster „der Hyronymitaner im Lehel nebst dem Garten, jedoch mit Ausnahme der Kirche, welche Wir zur Pfarrkirche bestimmt haben“.  

Der Regent will das „Kadetten-Korps“ vom „Wilhelminum“, hierher verlegen.  
Doch dazu müssen erst für die das Kloster noch bewohnenden drei „Hieronymiten“ und drei kurfürstliche Jäger eine Unterkunft gefunden werden.  

Und selbst dann war das Gebäude noch höchst ungeeignet, da zwischen dem südlich der Kirche liegenden „Konventtrakt“ und dem an der Kirchen-Nordwand neu anzubauenden Erweiterungsbau das Gotteshaus liegt.  

Die vorgelegten Baupläne stoßen auch wegen  

  • der zu gering bemessenen Kadettenplätze,  
  • der nicht ausreichenden Unterrichtsräume und  
  • des fehlenden Zimmers „für die physikalischen Apparaturen“ auf Kritik.  

Vor allem missfällt dem „Kadettenerzieher“, dass die Schlafräume für die zivilen Dienstmägde mitten im Unterkunftsbereich der Kadetten liegen und so „die skandalösesten Auftritte und Ausschweifungen“ zu befürchten wären.  

Langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass „die Lage des Hieronymitaner-Klosters, sowohl wegen dessen Verbindung zu den übrigen Kasernen, und hauptsächlich wegen dem nahe vorbeifließenden Wasser ungemein vorteilhaft zu einer Kaserne“ ist. 

25. April 1805

München-Lehel * Durch ein Dekret wird das „Kloster der Hieronymiten“ endgültig aufgehoben.  

Dennoch gibt es eine neue Verzögerung in der Ausführung. 

23. Mai 1805

London - Paris * Großbritannien erklärt Frankreich den Krieg.
Das ist der Beginn des „Dritten Koalitionskrieges“.

Österreich, Russland und England haben sich zur „Dritten Koalition“ gegen Frankreich zusammengeschlossen. 

Wie soll sich Baiern verhalten, wo doch ein österreichisches Kriegsziel die „Annexion Baierns“ war?
Neutralität kommt nicht in Frage, also müssen die Baiern ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen. 

7. Juni 1805

München * Das Kurfürstentum Baiern führt die „Wehrpflicht“ ein.

Diese gilt jedoch nicht für alle Baiern, denn die „Gesetze zur Ergänzung des stehenden Heeres“ aus den Jahren 1805 und 1812 gestatten dem städtischen Bürgertum „großzügige Befreiung vom Wehrdienst“.

19. Juni 1805

München-Lehel * Die ehemaligen „Hieronymiten-Mönche“ erhalten die Weisung, das Gebäude, „welches sie dermal bewohnen, weil es zu einem Staatszweck bestimmt ist“, schnellstmöglich zu räumen.  

Zum Unterhalt erhält der Prior eine Jahrespension von 300 Gulden, die übrigen Patres jeweils 275 Gulden.  
Zur Auflage wird ihnen gemacht, „die pfarrlichen Verpflichtungen im Lehel“ bis zur anderweitigen Verfügung pflichtgemäß zu versehen. 

28. Juni 1805

München-Lehel * Kurfürst Max IV. Joseph erklärt die „Sankt-Anna-Kirche“ zur „Pfarrkirche“

25. August 1805

Bogenhausen * Im Bogenhausener „Schloss Stepperg“ werden die Geheimverhandlungen zwischen dem französischen Abgesandten und Minister Montgelas über einen baierischen Bündniswechsel mit Frankreich mit einem vorläufigen Vertrag abgeschlossen.

Er beendet die Koalition mit Österreich und Russland. 

25. August 1805

Frankreich - Österreich * Napoleon Bonaparte lässt seine „Große Armee“ in Richtung Österreich abmarschieren.

Ende September will er in Baiern ankommen.

September 1805

München * Als österreichische Truppen an den baierischen Grenzen aufziehen, zögert Kurfürst Max IV. Joseph das Bündnis mit Frankreich zu ratifizieren und war zeitweise sogar bereit, dem kaiserlichen Druck nachzugeben.

6. September 1805

Schloss Nymphenburg * Der österreichische „Feldmarschallleutnant“ Fürst Schwarzenberg lässt „Schloss Nymphenburg“ umstellen und fordert Kurfürst Max IV. Joseph zur Eingliederung seiner Truppen in das österreichische Militär. 

Mit Täuschungs- und Verzögerungsmanöver gelingt es, die baierische Armee in die Oberpfalz zu retten. 

8. September 1805

München - Ansbach * Mit dem Einmarsch österreichischer Truppen in Baiern beginnt der „Dritte Koalitionskrieg“

Der Münchner „Hof“ verlässt die Haupt- und Residenzstadt heimlich in Richtung Ansbach.

21. September 1805

Wien - München * Kaiser Franz II. bietet den Baiern den Königstitel an, wenn sie sich der „Dritten Koalition“ anschließen würden. 

Doch das hätte nicht gleichzeitig die „Erringung der vollen staatlichen Souveränität“ bedeutet, wie sie Napoléon anbietet.

Diese war für Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas aber die rechtliche Voraussetzung für die inneren Reformen der kommenden zwölf Jahre, insbesondere für die Ausschaltung der „Stände“ und die „Schaffung einer Konstitution“.
Die bis dahin gültige „Ständeverfassung“ war durch das „Reichsrecht“ und die „Reichsgerichte“ geschützt. 

23. September 1805

Paris - Wien * Napoleon Bonaparte erklärt Österreich den Krieg und überquert zwei Tage später den Rhein. 

24. September 1805

München * Kronprinz Ludwig I. hat die Taktik von Kurfürst Max IV. Joseph und Minister Montgelas noch nicht durchschaut.

Beschwörend schreibt er an seinen Vater, er möge „unter keinen Umständen mit den Franzosen gehen. [...]
Glauben Sie nicht, dass ich ein Österreicher bin, aber ich bin deutsch und bin ein Feind des Unrechts“
.

28. September 1805

Würzburg * Kurfürst Max IV. Joseph ratifiziert in Würzburg den „Geheimvertrag von Bogenhausen“ und legt Baiern auf eine Koalition mit Frankreich fest.

Zu diesem Zeitpunkt haben die Österreicher bereits das südliche Baiern besetzt.

7. Oktober 1805

Donauwörth * Die ersten französischen Militäreinheiten überqueren die Donau bei Donauwörth. 

8. Oktober 1805

Wertingen * In der „Schlacht von Wertingen“ kommt es zum ersten Gefecht zwischen den österreichischen und französischen Truppen. 

12. Oktober 1805

München * Baierische Truppenkontingente unter der Führung des französischen Generals Bernadotte können München nahezu kampflos einnehmen. 

14. Oktober 1805

Elchingen * In der „Schlacht bei Elchingen“ kommt es zu einem weiteren Gefecht zwischen österreichischen und französischen Militärs. 

16. Oktober 1805

Ulm * Ulm wird von französischen Truppen beschossen und von den Österreichern verteidigt. 

17. Oktober 1805

Ulm * Napoleon bezwingt die österreichische Armee bei Ulm und befreit Baiern von den kaiserlichen Truppen.

20. Oktober 1805

Ulm * In der „Kapitulation von Ulm“ muss die eingeschlossene österreichische Deutschlandarmee kapitulieren. 

24. Oktober 1805

München-Kreuzviertel - München-Hackenviertel * Napoleon Bonaparte zieht mit Kanonendonner, Glockengeläut und unter dem Jubel der Bevölkerung triumphal durch das „Karlstor“ in das festlich beleuchtete München ein. 

Kurfürst Max IV. Joseph befindet sich noch auf der Flucht.

28. Oktober 1805

Braunau * Braunau wird von der napoleonischen Armee eingenommen.

29. Oktober 1805

Würzburg - München * Der baierische Kurfürst Max IV. Joseph trifft aus Würzburg kommend in München ein und muss sich für seine Verzögerung beim französischen Kaiser entschuldigen.

29. Oktober 1805

Salzburg - Kufstein * Die baierischen Truppen unter der Führung von General Bernhard Erasmus von Deroy nehmen Salzburg ein und dringen über Reichenhall und Lofer nach Kufstein vor.

5. November 1805

Scharnitz - Innsbruck * Französische Truppen erobern die „Festung Scharnitz“ und Innsbruck.

8. November 1805

Linz * Im „Vertrag von Linz“ erhält Baiern neben Gebietserweiterungen erstmals die Souveränität zugesichert.

10. November 1805

Kufstein * Die baierischen Truppen nehmen die „Festung Kufstein“ ein.

13. November 1805

Wien * Französischen Truppen erreichen Wien und nehmen die Stadt kampflos ein. 

29. November 1805

Tirol * Baierische Truppen übernehmen die „Besetzung“ Tirols.

3. Dezember 1805

Tirol * Der baierische General Siebenbein zieht in Tirol ein.

4. Dezember 1805

Znaim * Der „Waffenstillstand von Znaim“ wird geschlossen.

10. Dezember 1805

Brünn * Napoleon Bonaparte belohnt Baiern für seine Waffenhilfe mit der Erweiterung seines Territoriums. 

Im „Vertrag von Brünn“ sichert der französische Kaiser Baiern die „erbliche Königswürde“ zu.

14. Dezember 1805

Tirol - Wien * Die „Ständische Aktivität“ bittet den österreichischen Regenten um den weiteren Verbleib Tirols beim Kaiserhaus.

19. Dezember 1805

Paris * In einem „Tagesbefehl“ erklärt Napoleon Bonaparte Baiern, Baden und Württemberg zu souveränen Staaten. 

21. Dezember 1805

München - Augsburg * Das Kurfürstentum Baiern übernimmt die „freie Reichsstadt“ Augsburg.

26. Dezember 1805

Pressburg * Der „Friedensvertrag von Pressburg“ beendet den „Dritten Koalitionskrieg“.

Napoleon Bonaparte verpflichtet sich im „Frieden von Pressburg“ Baiern die „Souveränität“ und die „erbliche Königswürde“ auch im künftigen Friedensvertrag mit dem Kaiser zu garantieren.
Österreich muss die Rangerhöhung des baierischen Kurfürsten zum König und Gebietsabtretungen akzeptieren.

Tirol wird als Lohn für die Waffenhilfe an Baiern abgetreten.
Die baierische Regierung ist jedoch nicht vom Vorteil der Erwerbung überzeugt, da man damit ein schwer regierbares und wirtschaftlich weitgehend uninteressantes Land erhält. 

Großherzog Ferdinand III. von Toskana verzichtet auf Salzburg.
Als Ersatz erhält er Würzburg, das erst 1814 an Baiern fällt.

Salzburg und Berchtesgaden kommen zu Österreich. 


Verwendet in Führung:




Dritter Koalitionskrieg, Dreikaiserschlacht, Austerlitz, Österreich, Russland
Napoleon Bonaparte französischer Kaiser, Franz Deutscher Kaiser, Alexander I. russischer Zar