9. November 1799

Napoleon Bonaparte stürzt in einem „Staatsstreich“ das „Direktorium“

Paris * Napoleon Bonaparte nutzt die Wirren des „Zweiten Koalitionskrieges“ und stürzt in einem „Staatsstreich“ das „Direktorium“, um sie durch eine „Konsulatsregierung“ mit ihm als „Erstem Konsul“ einzuführen. 


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Zweiter Koalitionskrieg, Konsultatsregierung, Erster Konsul,

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Napoleon Bonaparte französischer Kaiser

Weitere Ereignisse im Jahr 1799

Ab 1799

München * Zwischen 1799 und 1815 ist Baiern an 7 Kriegen beteiligt, in denen Tausende baierischer Soldaten kämpfen und viele ihr Leben lassen müssen.

1799

Au * Die Klosterbrauerei der Paulaner kommt unter staatliche Aufsicht.

1799

Leimen - München * Aron Elias Seligmann aus Leimen bei Heidelberg kommt nach München und wird dort kurbaierischer „Hofagent“.

Seligmann betreibt seit 1779 eine Tabakmanufaktur und ist durch den Salzhandel sehr reich geworden.

In München ist er „Verpflegungsadmoniateur“ der baierischen Armee und „Anleihennegoziant“.

1799

München * Die baierische Staatsregierung schreibt ein Preisausschreiben aus.

Die erste Frage lautet: „Da die Bestandtheile des Biers Malz, Hopfen und Wasser sind, welches ist das nothwendige Verhältnis dieser Theile, damit das Bier gut genannt werden kann“.

1799

Au * Angesichts der drohenden „Säkularisation“ richten die „Benediktinerinnen am Lilienberg“ eine Mädchenschule im Kloster ein, um so ihr Überleben zu sichern.

31. Januar 1799

München * Das im Jahr 1769 geschaffene „Bücherzensurkollegium“ wird aufgelöst. 

12. Februar 1799

München-Graggenau * Gegen 21 Uhr erleidet Kurfürst Carl Theodor einen Schlaganfall, während er mit mit seinem „Generaladjutanten“ Freiherr Friedrich von Hertling und dem „Oberstjägermeister“ Theodor Reichsgraf von Waldkirch Karten spielt. 

13. Februar 1799

München-Graggenau * Der „Vertreter des kaiserlichen Hauses“, Joseph Anton August Graf von Seilern, eilt mit einem unterschriftsreifen „Tauschvertrag“ ans Sterbebett von Carl Theodor, um von dem Baiernherrscher in einem günstigen Moment doch noch die begehrte Unterschrift zu erhalten. 

Es ist die Kurfürstin, die ihn persönlich daran hindert, das Krankenzimmer zu betreten.

Im Gegensatz dazu führt Maria Leopoldine Herzog Wilhelm von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld-Gelnhausen, der die Interessen von Pfalz-Zweibrücken vertritt, sofort in das Gemach des sterbenden Kurfürsten Carl Theodor. 

16. Februar 1799

München-Graggenau * Kurfürst Carl Theodor erliegt am Abend seinem am 12. Februar erlittenen Schlaganfall. 

Herzog Wilhelm von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld-Gelnhausen wohnt als Zeuge dem Tod des pfalz-baierischen Regenten bei.  

Protokollarisch wird die 22-jährige Kurfürstin-Witwe von Herzog Wilhelm und vom „Vertreter des kaiserlichen Hauses“, Joseph Anton August Graf von Seilern, befragt, ob sie ein Kind vom verstorbenen Kurfürsten erwartet. 

Maria Leopoldine antwortet daraufhin mit einem klaren „Nein!“.  

Mit dieser Aussage entzieht sie den Österreichern die Gelegenheit, Baiern auf friedlichem Weg an sich zu ziehen.

Kurfürst Carl Theodors Ableben ruft in München keine Trauerstimmung hervor.
Im Gegenteil, als sich die Trauernachricht verbreitet, „frohlockte alles, und jeder wünschte dem anderen Glück“, schreibt Lorenz von Westenrieder.

Carl Theodors Nachfolger wird Kurfürst Max IV. Joseph aus der wittelsbachischen Linie Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld.

20. Februar 1799

München * Der neue Kurfürst Max IV. Joseph zieht unter dem Jubel der Bevölkerung in München ein.

Der Neue will sich von seinem Vorgänger positiv abheben, aber auch das Land verändern. Er vertraut seinem Berater Maximilian Joseph von Montgelas und lässt ihn nach eigenem Ermessen schalten und walten.

Für Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas bedeutet das die Chance, das Kurfürstentum Pfalz-Baiern zu einem modernen Staat umzubauen. 

Da Kurfürst Max IV. Joseph stark zur Bequemlichkeit neigt, kommt ihm das Engagement Montgelas gelegen. 
Montgelas übernimmt bis 1817 die Aufgaben eines „Ministers der Auswärtigen Geschäfte“

21. Februar 1799

München * Kurfürst Max IV. Joseph überträgt Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas als „Geheimer Staats- und Konferenzminister“ das „Département der Auswärtigen Angelegenheiten“.

Damit ist Montgelas „Kabinettschef“, weil es das Amt des „Ministerpräsidenten“ noch nicht gibt. 

28. Februar 1799

Bamberg * Johann Joseph Ignaz Döllinger wird in Bamberg geboren.

März 1799

München-Englischer Garten * Der „Englische Garten“ ist inzwischen nicht mehr der „Militärbehörde“, sondern dem „kurfürstlichen Kabinett“ unterstellt.

Reinhard Freiherr von Werneck ist hauptamtlicher „Direktor“ des 375 Morgen großen „Englischen Gartens“.
Er untersteht aber dem zum „Gartenbaudirektor für die Rheinpfalz und ganz Baiern“ ernannten Friedrich Ludwig Sckell. 

Werneck achtet hauptsächlich auf die wirtschaftliche Rentabilität der Gartenanlage.
Durch landwirtschaftliche Einrichtungen soll sich das Gartenprojekt selbst tragen - und möglichst sogar einen Gewinn erwirtschaften.

Dies will Werneck durch die Erweiterung der Wiesen- und Waldflächen, durch eine Vergrößerung des Viehbestandes und den Ausbau der Ökonomie und der Mühlen erreichen.
Die Ökonomie und die „Schweizerey“ wird dem „Englischen Garten“ einverleibt.

Um März 1799

München * 100.000 Österreicher stehen im Land und benehmen sich wie feindliche Besatzungstruppen.

Die Bevölkerung ist vom neuen Baiernregenten enttäuscht. Diese hat aber - trotz seiner Sympathien für Frankreich - aufgrund der militärischen Präsenz der Österreicher im eigenen Land keine andere Wahl, als in der „Koalition“ gegen Frankreich zu bleiben. 

1. März 1799

Frankreich - Deutschland * Französische Truppen überschreiten den Rhein. 

Der „Zweite Koalitionskrieg“ beginnt. 

12. März 1799

München * Kurfürst Max IV. Joseph von Pfalz-Baiern vertritt den drittgrößten Staatenkomplex des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“. 

Er zieht mit der kurfürstlichen Familie feierlich durch das festlich geschmückte „Karlstor“ in seine neue Residenzstadt München ein.

April 1799

Au * Das „Paulanerkloster in der Au“ wird auf Wunsch des „Konvents“ aufgehoben. 

Zur Ausübung der pfarramtlichen Funktionen beziehen die Mönche das ehemalige „Lustschloss Neudeck“.
Betroffen sind 13 Patres und zwei Laienbrüder. 

15. April 1799

München * In einem Zusatzvertrag zum „Ehevertrag“ wird von Kurfürst Max IV. Joseph festgelegt, dass die Kurfürstin-Witwe Maria Leopoldine

  • die „Herzog-Max-Burg“ als „Witwensitz“ nutzen kann. 
  • Als „Sommersitz“ erhält sie „Schloss Berg“ am Starnberger See mit dem dazugehörigem Garten, Grund und Gebäude sowie die kurfürstlichen Fahrzeuge „zur Lustfahrt auf dem See“
  • Außerdem bekommt sie einen jährlichen Unterhalt von 100.000 Gulden, bezahlbar in Monatsraten von 8.333 Gulden 20 Kreuzern. 
9. Mai 1799

München-Kreuzviertel * Die Kurfürstin-Witwe Maria Leopoldine zieht von der Residenz in die „Herzog-Max-Burg“, die ihr als „Witwensitz“ dient. 

12. Mai 1799

Schloss Nymphenburg * Kabinettspredige“ Ludwig Friedrich Schmidt hält den ersten evangelischen Gottesdienst in München im Schloss Nymphenburg.   

Er ist mit der jungen Kurfürstin Friederike Wilhelmine Caroline Prinzessin von Baden nach München gekommen. 

16. Juni 1799

München - Leimen * Kurfürst Max IV. Joseph erklärt öffentlich, dass er „die bayrischen Finanzen in großer Unordnung, alle Staatskassen ausgeleert und selbe überdies noch mit unerschwinglichen Rückständen belastet angetroffen habe“.

In den baierischen Regierungskreisen erinnert man sich an den umtriebigen jüdischen Leimener Finanzier Aron Elias Seligmann. 

28. Juni 1799

München * Kurfürst Max IV. Joseph erteilt dem Leimener „Finanzier“ Aron Elias Seligmann „und dessen sämtliche Kinder sowohl Söhne als Tochtermännern das vollkommene Bürgerrecht nebst der Befugnis, dass sie in Churpfalz allenthalben sich niederzulassen, liegende Güter an sich zu bringen und überhaupt alle Gewerbe, die sonst ein Christlicher Unterthan nur zu unternehmen befähiget, nach ihrem gutfinden ebenfalls zu treiben befugt und ermächtigt seyn sollen“.  

Damit besitzt der „Hoffaktor“ die Voraussetzungen für das „Münchner Bürgerrecht“ und kann schließlich von Leimen an die Isar umsiedeln.

Aron Elias Seligmann rettet den bayerischen Staat vor dem Ruin, besorgt weitere Darlehensgeber und kann damit Bayerns Finanznöte mildern und die Regierung stabilisieren. 

Um den Juli 1799

München * Spätestens jetzt lässt sich nicht mehr verheimlichen, dass die junge Kurfürstin-Witwe Maria Leopoldine schwanger ist.

Und weil sie den Namen des Vaters nicht preisgeben will gibt es ausreichend Anlass zu den wüstesten Spekulationen, was wiederum den Münchner Hof in höchste Verlegenheit bringt. 

5. August 1799

Au - München * 16 Bierwirte aus der Au beschweren sich bei der Generallandesdirektion darüber, dass die Münchner Brauer auf dem Gasteig und dem Lilienberg - trotz Verbotes - in ihren Märzenkellern ihr Bier in kleinen Portionen abgeben. Gemeint ist damit der sogenannte Minuto-Verschleiß

Die Generallandesdirektion droht bei nochmaligem Vorkommen mit Strafen von 60 Reichstalern. 

8. August 1799

Laibach * Die Kurfürstin-Witwe Maria Leopoldine wird „auf einige Zeit ins Friaulische versetzt“

Der Grund: Die Liebschaft zu dem „Hof-Musikanten“ Franz Eck „wird immer größer und bedenklicher“.
Dem Violisten im „Hoforchester“ wird ein „schlechter Ruf“ nachgesagt.

Maria Leopoldine bringt in Laibach einen unehelichen Sohn zur Welt.

17. August 1799

Haidhausen * Graf Anton Clemens von Toerring-Seefeld verkauft den Haidhauser „Schlossanger“ an den „Metzgermeister“ Anton Sailer.

Der heutige „Johannisplatz“ heißt vorübergehend „Metzgeranger“ oder auch „Saileranger“.

24. September 1799

Au * Das „Militärische Arbeitshaus in der Au“ wird bereits nach zehn Jahren wegen Unrentabilität wieder aufgelöst. 

Als Grund gibt Kurfürst Max IV. Joseph an, dass die „Monturstücke für die kurfürstlichen Regimenter, die aus dem Militärarbeitshaus geliefert werden, teurer als bei den bürgerlichen Gewerbeleuten“.  

Die Arbeiter überlässt man weitgehend ihrem Schicksal. 

5. Oktober 1799

München * Kurfürst Max IV. Joseph genehmigt die Einführung einer Hundesteuer und der Hundemarke für „in hiesiger Haupt- und Residenzstadt München ohne Noth und blos zur Üppigkeit gehaltene Hunde“.  

Sie beträgt jährlich 2 Gulden. Bei Zuwiderhandlung ist eine Strafe in Höhe von 5 Gulden fällig. 

18. Oktober 1799

Au * In der Au wird eine „Spinnstube“ für Arme eingerichtet. 

November 1799

München-Englischer Garten * Die „Militärgärten“ werden abgeschafft, dem „Hoffuttermeisteramt“ unterstellt und vom „Englischen Garten“ abgetrennt.

9. Dezember 1799

München-Englischer Garten * Die beiden im Jahr 1798 errichteten Säge- und Mahlmühlen werden ebenfalls dem Wirtschaftsbetrieb „Englischer Garten“ einverleibt.

11. Dezember 1799

Haidhausen * Markus Sedlmair folgt Johann Jakob Paul als „Großwirt“ von Haidhausen und Besitzer des „Kotterhofs“

Im Kataster wird er als „Freistifter des Lazaretts am Gasteig“ bezeichnet.

20. Dezember 1799

München * Der „Bierzwang“ wird aufgehoben. 

Damit entfällt die Verpflichtung der Münchner Wirte ihr Bier bei den Münchner Brauereien zu beziehen. 

Nur bei „Biermangel“ oder wenn der neue Sud noch nicht angesetzt war, durften die Wirte bisher ihr Bier von auswärtigen Brauereien einführen. 

23. Dezember 1799

München-Englischer Garten - Hirschau * Kurfürst Max IV. Joseph schlägt dem „Englischen Garten“ 300 Tagwerk der unteren „Hirschau“ zu.   

Die Erweiterung erstreckt sich vom „Kleinhesseloher See“ bis zum heutigen „Aumeister“


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28. Kreuzviertel




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