19. Juni 1801

Das „Topographische Bureau“ wird gegründet

München * Das „Topographische Bureau“ wird gegründet. 

Damit beginnt die allgemeine „Landes- und Katastervermessung Baierns“, das dadurch das erste exakt vermessene Land Europas werden wird.

Mit fünf jeweils fünf Meter langen Messstangen wird die 21.653,8 Meter lange „Basislinie“ zwischen Oberföhring und Aufkirchen bei Erding gemessen.
Die Verlängerung der Linie verläuft auf der einen Seite durch die Turmspitze der Aufkirchener Kirche und auf der anderen Seite durch die Spitze des nördlichen Turms der „Frauenkirche“, die zugleich den „Nullpunkt des bayerischen Koordinatensystems“ bildet.

Die Vermessung erfolgte in Metern, obwohl die Maßeinheit erst im Jahr 1872 im „Deutschen Reich“ eingeführt wird. 


Sortierung 1801

Suchbegriffe

Topographisches Büro, Vermessungsamt, Landesvermessung, Meter, Aufkirchen, Frauenkirche, Basislinie, Oberföhring, Koordinatensystem,

Weitere Ereignisse im Jahr 1801

1801

Schliersee * Therese Feldmüller, geborene Schlutt, kommt in Schliersee zur Welt.

Ihr Vater ist der Wirt und Koch Andreas Schlutt aus Schliersee, ihre Mutter Anna stammt aus Zolling bei Freising.

1801

München-Kreuzviertel - Au * Minister Maximilian Joseph von Montgelas plant die Verlegung der Münchner „Franziskaner“ in die „Vorstadt Au“.

1801

Au * Das „Hofkrankenhaus für kurfürstliche Hofbedienstete“ am heutigen Kolumbusplatz wird aufgelassen.

Ab 1801

Kurfürstentum Baiern * Napoleon Bonaparte fördert bis 1810 den Gebietszuwachs Baierns.

Er will die deutschen Mittelstaaten, allen voran Baiern, Württemberg und Baden, so vergrößern, dass sie als Puffer gegenüber österreichischen Angriffen dienen können.

Gleichzeitig sollen die so Geförderten natürlich auf Dauer von der französischen Gunst abhängig bleiben. 

9. Februar 1801

Lunéville * Im „Friedensvertrag von Lunéville“ wird festgelegt, dass das linksrheinische Gebiet an Frankreich abgetreten werden muss. Napoléon Bonaparte erreicht damit ein Ziel jahrhundertelanger französischer Politik.

Den von Landverlusten betroffenen Fürsten wird ein Ausgleich zugestanden, der jedoch „aus dem Schoß des Reiches“ kommen muss. Zu den Gewinnern gehört auch der baierische Kurfürst Max IV. Joseph.

Da der Ausgleich allerdings nur aus säkularisiertem Kirchenbesitz und mediatisierten Reichsständen erfolgen kann, bedeutet das das Ende des „Alten Reiches“. Österreich und seine deutschen Verbündeten scheiden damit aus dem Zweiten Koalitionskrieg aus. 

5. April 1801

Nymphenburg * Die ersten kurfürstlichen Truppen beziehen im Schloss Nymphenburg ihr Hauptquartier. 

9. April 1801

München * Der größte Teil der Rheinarmee verlässt München wieder. 

12. April 1801

München * Auch General Charles Matthieu Isidore Decaën verlässt mit seinem Besatzungsbataillon die baierische Landeshauptstadt.

Er droht umzukehren, falls sich vor dem 13. April auch nur ein kurbaierischer Soldat in der Stadt sehen lassen sollte. 

29. Juli 1801

München - Mannheim * Verärgert und sehr deutlich im Ton schreibt Kurfürst Max IV. Joseph nach der Ablehnung des Münchner Bürgerrechts an den Pfälzer Weinwirt Johann Balthasar Michel aus Mannheim dem Stadtrat:

„Nach reifer Überlegung und mit der Gewißheit, daß das Recht auf meiner Seite ist, befehle ich hiermit dem meinen Stadtmagistrat, spätestens morgen Abends 6 Uhr, dem Handelsmann Michel von Mannheim, das Bürgerrecht zu ertheilen, widrigenfalls ich mich genöthigt sehen würde, die strengsten Mittel zu ergreifen.
Für den geringsten Exceß haftet jedes Magistratsglied persönlich“
.

30. Juli 1801

München - Mannheim * Zähneknirschend wird der Kaufmann Michel in die Münchner Bürgerschaft „gnädigst großgünstig an- und aufgenommen“.

Gleichzeitig gibt der Magistrat der Stadt seine Zustimmung zum geplanten Kauf der „Rasp’schen Gastwirtsgerechtsame“ an Johann B. Michel. 
Die zu entrichtende Aufnahmegebühr ist mit 470 Gulden allerdings deutlich überhöht.

24. August 1801

München - Paris * Baiern schließt mit Frankreich einen Vorvertrag, der Kurfürst Max IV. Joseph ermöglicht, seine in Aussicht gestellten Entschädigungsgebiete bereits vor der Verabschiedung des Reichsdeputationshauptschlusses in Besitz nehmen zu können. 
„In Paris begann ein Handel mit deutschen Bistümern, Abteien, freien Reichsstädten, wobei die fürstlichen Bewerber vor dem ersten Konsul [...] in Regensburg um die Wette krochen. Es war ein höchst widerliches Schauspiel“.

Außerdem sagt der Vertrag dem Kurfürstentum Baiern die territoriale Unverletzbarkeit seiner rechtsrheinischen Gebiete sowie Unterstützung bei den Entschädigungsverhandlungen zu.

Österreich wollte Baiern zuvor als Entschädigung für seine eigenen Kriegsverluste einverleiben. Dieses Ansinnen konnte letztlich nur durch die Intervention von Russland und Großbritannien verhindert werden. Für Kurfürst Max IV. Joseph und seinem Minister Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas war aufgrund dieser Erfahrung eine Annäherung an Frankreich naheliegend.

Denn während Österreich Baiern nur als Manövriermasse ansah, war Napoleon an einem an seiner Seite stehenden eigenständigen Staat Baiern interessiert, der ein Erstarken Österreichs behindern sollte. 

 

5. September 1801

Laibach * Die inzwischen 24-jährige Kurfürstin-Witwe Maria Leopoldine kehrt aus ihrem Exil in Laibach nach München zurück. 

2. Oktober 1801

Regensburg * Der Reichstag beschließt, dass die Durchführung des Entschädigungsplans aus dem Friedensvertrag von Lunéville durch eine Reichsdeputation erfolgen soll.

26. Oktober 1801

München-Kreuzviertel * Das „Theatinerkloster“ wird durch eine kurfürstliche Entschließung aufgehoben und das Vermögen eingezogen. 

Nach der Klosteraufhebung geht die Nutzung der Gebäude zunächst an das „kurfürstliche Minsterial-Département“ und das „oberste Justiz-Kollegium“ über. 


Verwendet in Führung:

15. Lehel
28. Kreuzviertel




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