13. Oktober 1831

Das „Herzog-Max-Palais“ wird bezogen

München-Maxvorstadt * Herzog Max in Bayern und seine Ehefrau Ludovica beziehen das „Herzog-Max-Palais“ in der Ludwigstraße. 


1831

Suchbegriffe

Herzog-Max-Palais,

Personen

Max in Bayern Herzog Ludovica Wilhelmine in Bayern Herzogin

Weitere Ereignisse im Jahr 1831

1831

München-Isarvorstadt * Mit der hölzernen „Reichenbachbrücke“ kommt ein zweiter Flussübergang über die Isar hinzu.

1831

Preußen * Über Russland und Polen gelangt die „Cholera“ nach Preußen und von dort nach England.

Kuriose Vorschläge zur Bekämpfung der Seuche tauchen auf.

So schreibt die Freiin Caroline von Maiern in einer in Nürnberg erschienenen Flugschrift „Entdeckung des Geheimnisses der Cholera“ folgendes:
„Von Polizei wegen sollte Männern ein anderes Zeichen ihres Grußes bewilligt werden, als auf offener Straße ihre Hüte und Mützen abzuziehen, weil das Choleragift sehr leicht dem Haare sich mitteilt.
Und ferner sollte die Polizei das Tabakrauchen auf offener Straße erlauben, um das Miasma [„Choleradunst“] auch durch den Rauchtabak zu verscheuchen“
.

Eine andere Schrift, die auch in München auftaucht, will Händler, „welche aus angesteckten Ländern kommen“, in eine vierzigtägige Quarantäne stecken.

Mitgeführte Papiere sollten geräuchert, Nahrungsmittel in Essig getaucht werden.
Auch Geld sollte nicht aus der fremden Hand genommen werden. Es sollte ebenfalls zuvor in Essig gelegt werden.

Die Schrift endet mit der Drohung: „Diejenigen, welche gegenwärtigen Vorschriften keinen Glauben schenken, werden sich der Gefahr aussetzen, ihren Unglauben mit dem Leben zu büßen“.

1831

München-Graggenau - München-Angerviertel * Der „Fischmarkt“, der bisher am „Fischbrunnen“ auf dem „Schrannenmarkt“ abgehalten wurde, findet auf dem heutigen „Viktualienmarkt“ statt.

1831

München-Graggenau * Das bereits von Luigi Tambosi betriebene „Hofgarten-Café“ geht um 30.000 Gulden von Simon von Eichthal und Ulrich Himpsel in dessen Eigentum über. 

Nach 1831

München-Isarvorstadt * Die Reichenbachstraße und Reichenbachbrücke wird nach Georg von Reichenbach benannt.

Die Büste des Mitglieds der „Baierischen Akademie der Wissenschaften“ wurde inzwischen in der „Ruhmeshalle“ aufgenommen.

1831

Berg am Laim * Der Berg am Laimer „Hofmarkbesitzer“ Ferdinand von Hompesch stirbt.

Sein Nachfolger wird Wilhelm von Hompesch. 

1831

Vorstadt Au - Untergiesing * Nach einer Entschließung der königlichen Regierung sind nur die Giesinger befugt, den „Malzaufschlag“, eine Steuer für das in der „Irrenanstalt“ ausgeschenkte Bier, einzuziehen.

1831

München - Vorstadt Au * Die bayerische Staatsregierung entscheidet abschlägig über die Eingemeindung der Au.

Es soll alles unverändert bleiben.

28. Januar 1831

München * König LudwigI. schränkt die „Pressefreiheit“ durch starke „Zensurbestimmungen“ für die innenpolitische Berichterstattung in der Tages- und Wochenpresse ein.  

Zuvor hatte er drei aus dem „Ausland“ stammende Publizisten des Landes verweisen lassen.  
Die Maßnahmen führen zu einer politischen Entrüstung der liberal eingestellten Bevölkerung, die in der „Pressefreiheit“ ein extrem schützenswertes Gut sieht. 

20. Februar 1831

München-Kreuzviertel * Die zweite „Stände-Versammlung“ in Ludwigs I. Regierungszeit beginnt.  
Die Sitzungsperiode dauert bis zum 29. Dezember 1831.  

Die Mitglieder der „Abgeordnetenkammer“ sind im Dezember des Vorjahres neu gewählt worden.  
Das Ergebnis brachte 62 Abgeordnete auf die christlich-konservative Regierungsseite und 66 Abgeordnete auf der fortschrittlich-liberale Bank der Opposition.  

Weil der Monarch mit dem Wahlergebnis nicht einverstanden ist, macht er von seinem ihm verfassungsgemäß zustehenden „Ausschließungsrecht“ bei fünf zur Opposition zählenden „Abgeordneten“ Gebrauch und verweigert ihnen die Teilnahme an der „Stände-Versammlung“

22. Mai 1831

München-Kreuzviertel * Die schwäbischen und fränkischen Oppositionellen zwingen in der Frage der „Pressefreiheit“ - sehr zum Ärger von König Ludwig I. - den „Innenminister“ Eduard von Schenk zum Rücktritt.  

Dadurch muss König Ludwig I. die „Zensurverordnung“ wieder zurücknehmen, was allerdings nichts an der Praxis der „Zensur“ ändert. 

12. Juni 1831

München * König Ludwig I. muss die von ihm am 28. Januar eingeführte Zensur für periodisch erscheinende Blätter auf dem Gebiet der Innenpolitik wieder zurücknehmen. 

21. Juni 1831

München-Maxvorstadt * Das „Herzog-Max-Palais“ in der Ludwigstraße ist fertiggestellt. 

7. August 1831

München - Ramersdorf * Das „Landgericht Au“ wird nicht nach bürgerlichen Gemeinden, sondern nach „Steuerdistrikten“ gebildet.
Nun überträgt man auch die Zuständigkeit des Gerichtsbezirks auf dieses Gebiet.

Dadurch entstehen für Ramersdorf problematische Abläufe im Gemeindeleben, weshalb sich der Gemeindevorstand mehrfach beklagt - und Erfolg hat. 

7. August 1831

Vorstadt Au * Das ehemalige „Kloster am Lilienberg“ wird zum Amtssitz des „Bezirksamtes links der Isar“.

19. August 1831

Haidhausen * Der aus Haidhausen stammende „Farbenfabrikant“ Michael Huber kauft das Anwesen des „Schlossgutes Haidenberg“ in Haidhausen für seine Fertigung von Farbprodukten.

17. September 1831

München-Kreuzviertel * Die Abgeordneten des „Bayerischen Landtags“ beraten über das Budget.

Um die Abgeordneten zur Eile und damit zu nicht allzu gründlicher Beratung der Einzelposten zu zwingen, lässt König Ludwig I. - angesichts der herannahenden Cholera - verkünden, die Abgeordneten hätten so lange auszuharren, bis das Budget vereinbart ist.

Die Abgeordneten kürzen den Gesamtetat von 28 auf 26,8 Millionen Gulden,
die „Zivilliste" des Königs von 3,15 Millionen auf 2,5 Millionen Gulden 
und den „Heeresetat“ von 6,7 auf 5 Millionen.  

Innerhalb dieser Kürzungen beschließen sie zahllose Umverteilungen von Ausgabeposten sowie neue Ausgaben.
Gekürzt wird bei den königlichen Prestigeobjekten „Alte Pinakothek“, „Staatsbibliothek“ und „Odeon“ sowie den Ausgaben für die zahlreichen wiedererrichteten Klöster.
Mehr Geld soll dagegen in die Rechtspflege, die innere Verwaltung und das Bildungswesen fließen.

Für den König bedeutet dieses Verhalten „Anmaßung und Eingriff in die Exekutive“.
Zum Glück gibt es noch die „Erste Kammer“, die umgehend ihr Veto gegen die Kürzungen und Umverteilungen einlegt - und damit die Regierung rettet.

Unter dem Druck der Regierung, die sogar mit der Auflösung der „Abgeordnetenkammer“ droht, knicken viele Abgeordnete ein.
Dabei werden die Kürzungen der königlichen „Zivilliste“ weitestgehend zurückgenommen.
Die anderen Etatkürzungen fallen nicht so extrem aus, sodass immerhin noch 2 Millionen Gulden eingespart werden. 

9. Oktober 1831

Nauplia * Der erste griechische Präsident, Ioannis Antonios Graf Kapodistrias, wird in Nauplia auf dem Weg zur Kirche ermordet.

18. Oktober 1831

Donaustauf * Der Grundstein für die „Walhalla“ bei Donaustauf wird gelegt.

Um den 1. November 1831

München * Die Griechen und die griechischen Schutzmächte Großbritannien, Frankreich und Russland  erhoffen sich durch einen über den Parteien stehenden, neutralen „christlichen erblichen Fürsten“ das Land stabilisieren zu können. 

Da England, Frankreich und Russland um die Einflussnahme in Griechenland konkurrieren, soll der künftige Herrscher jedoch einem politisch eher unbedeutendem Fürstenhaus entstammen.

Eine Wahl fällt auf den bayerischen Prinzen Carl, dem jüngeren Bruder König Ludwigs I..
Als ihm über die französische Regierung - vom Bruder nachhaltig unterstützt - die griechische Königskrone angetragen wird, macht dieser aber keinen Hehl daraus, dass ihm an Politik und Macht nichts liegt und er in Hinblick auf die Krone keinerlei Ehrgeiz entwickelt. 

Prinz Carl widmet sich lieber seiner militärischen Karriere und seiner Familie.  
Ohne auch nur nachzudenken, lehnt er deshalb das Angebot umgehend ab.

Das ist auch nicht verwunderlich, denn die Lage Griechenlands ist desolat.
Das Land ist ausgeblutet und wirtschaftlich kaum entwickelt. 

28. November 1831

Vorstadt Au * Grundsteinlegung für die neugotische „Mariahilf-Kirche“.

Der Termin war vom 15. Oktober verschoben worden, da an diesem Tag die „Auer Dult“ begann.


Verwendet in Führung:

42. Maxvorstadt



Herzog-Max-Palais
Max in Bayern Herzog, Ludovica Wilhelmine in Bayern Herzogin