Nach dem 20. Mai 1632

Kurfürst Maximilian I. will „ein gottgefälliges Werk“ schaffen

München * Nachdem die Schweden im Dreißigjährigen Krieg die baierische Haupt- und Residenzstadt München besetzt haben, gelobt Kurfürst Maximilian I. „ein gottgefälliges Werk anzustellen, wenn die hiesige Haupstadt und auch die Stadt Landshut vor des Feinds endlichem Ruin und Zerstörung erhalten würde“


1632

Suchbegriffe

Schweden, Dreißigjähriger Krieg, Mariensäule, Gottgefälliges Werk,

Personen

Maximilian I. Kurfürst

Weitere Ereignisse im Jahr 1632

13. Februar 1632

München ? * Maximilian Ferdinand Graf von Törring-Seefeld wird geboren. 

4. April 1632

München - Regensburg * Kurfürst Maximilian I. verlässt München in Richtung Regensburg, um sich dort seinen Truppen anzuschließen. 

7. April 1632

Donauwörth * Der schwedische König Gustav II. Adolf überquert mit 35.000 Mann die Donau bei Donauwörth.

8. April 1632

München * Kurfürstin Elisabeth Renata und ihr Schwager, Herzog Albrecht VI. mit Familie, verlassen aus Angst vor den Schweden München, um sich in Salzburg in Sicherheit zu bringen.

Die kurfürstliche Schatzkammer, kirchliche Schätze und die städtische Barschaft im Wert von 32.449 Gulden werden im Ausland, im „Erzbistum Freising“, in Sicherheit gebracht.

Münchner Bürger und Adelige, die es sich finanziell leisten können, suchen Schutz in Tirol oder Italien.

14. April 1632

Rain am Lech * Der „Schwedenkönig“ Gustav II. Adolf erreicht den Lech.  

Gegenüber bei dem Dorf Rain hat Graf von Tilly mit 27.000 Mann sein Lager aufgeschlagen.

15. April 1632

Rain am Lech * In der „Schlacht bei Rain am Lech“ werden die „Kaiserlichen“ unter Führung des katholischen „Oberbefehlhabers“ Johann Tserclaes  Graf von Tilly von den Truppen des Schwedenkönigs Gustav II. Adolfs besiegt.  

Dadurch können die „Schweden“ den Lech überschreiten, womit ihnen das ganze Kurfürstentum Baiern offen steht.  
Die Baiern müssen jetzt die leidvollen Erfahrungen mit dem Durchzug feindlicher Heere durchleben.  

Graf von Tilly wird in der Schlacht durch einen Schuss schwer am Bein verwundet.  
Kurfürst Maximilian I. zieht sich daraufhin in das stark befestigte Ingolstadt zurück.  

Die Erfolge des schwedischen Königs, den seine Anhänger „Löwe aus Mitternacht“ und „Gideon des Nordens“ nennen, von seinen Feinden aber als „Schneekönig“ verspottet wird, machen seinen katholischen Kriegsgegnern Angst.  
Besonders nach dem „Massaker von Magdeburg“

24. April 1632

Augsburg * Der Schwedenkönig Gustav II. Adolf zieht in Augsburg ein. 

30. April 1632

Ingolstadt * Der „Oberbefehlshaber“ der katholisch-kaiserlichen Truppen, Graf Johann Tserclaes von Tilly, stirbt wenige Tage nach seiner Schussverletzung in Ingolstadt. 

14. Mai 1632

München - Freising * Der kurfürstliche „Kriegsrat“ Johann Küttner und die Münchner Bürgermeister Friedrich Ligsalz und Ferdinand Barth sowie der Stadtrat Paulus Parsdorfer reisen nach Freising. 

Dort treffen sie den Schwedenkönig Gustav Adolf und bitten ihn

  • um Schonung der Stadt vor Brand und Plünderung,
  • die Sicherung der Personen und Eigentum und
  • die Bewahrung von Religion und politischer Verfassung.

Sie bieten dafür die Bezahlung einer „Kontribution“ [Geldzahlung] an.

15. Mai 1632

München * Die schwedische Schutzgarde wird nach München verlegt und nimmt Einquartierungen in den „Klöstern und Häusern der Vornehmen in München, deren Insassen meist nach Tirol oder Italien geflohen waren“.

Die innerhalb der Stadtummauerung lebenden „Münchner“ kommen wieder einmal glimpflich davon.

Die „Soldateska“ plündert, verwüstet, drangsaliert und vergewaltigt dafür um so stärker in den Vororten - besonders in der bevölkerungsreichen Au und in Haidhausen.

17. Mai 1632

München - Haidhausen * Unterwürfig überreichen die Münchner Stadtväter dem anrückenden „Kriegsherrn“ Gustav II. Adolf am „Gasteig“ die Stadtschlüssel.

Der „Schwedenkönig“ zieht in München ein, um in der Residenz Quartier zu nehmen.
Sein Weg führt ihn über die Isarbrücke zum „Roten Turm“ und dem „Isartor“.

In seiner Begleitung befindet sich der „Winterkönig“ Friedrich V., der Pfalzgraf August von Sulzbach und die Herzöge Bernhard und Wilhelm von Weimar sowie Johann von Holstein.
Diesen folgen noch drei Regimenter.

Gustav Adolf ist von München angeblich so begeistert, dass er am liebsten die „Residenz“ mit nach Schweden genommen hätte - sagt man.
Es stimmt wohl, dass er München - angesichts des eher kargen Umlandes - mit einem „goldenen Sattel auf einem mageren Pferde“ verglichen hat.
Seine Schwärmerei für die „Residenz“ ist jedoch eine Ausschmückung späterer Jahre.
Denn eigentlich war es nur ein Ofen, der ihm so gut gefiel, dass er „gewinschet, daß dieser ofen zu Stockholm wehre“.

Die Schweden besetzen die baierische Haupt- und Residenzstadt.
Siegmund Riezler schrieb dazu: „Im Übrigen aber wurde weder Eigentum noch Person angetastet“.

Das stimmt so nicht!
Denn die Hauptleidtragenden der Kriege sind immer die Vorstädter.

Sie bieten den Belagerern der Stadt Ersatz fürs Morden, Plündern, Brandschatzen, Foltern und Vergewaltigen. 

Die Hauptarmee lagert nicht in der Stadt, sondern ist auf die Dörfer vor den Stadttoren verteilt worden.
Und diese „Soldateska“ raubt und stiehlt alles, was nicht niet- und nagelfest ist und verkauft es in der Stadt, sodass die Münchner Waren zu billigsten Preisen kaufen können.

19. Mai 1632

München * König Gustav II. Adolf besucht die „Michaelskirche“ und lässt sich das „Gottesdienstritual“ genauestens erklären.

Der schwedische König Gustav Adolf fordert von der Stadt 300.000 Reichstaler, um München vor der Zerstörung zu verschonen.
Die in der Stadt verbliebene Bürgerschaft versucht daraufhin, soviel wie möglich von der geforderten Summe zusammenzutragen.

Selbst die Ärmsten der Stadt müssen sich daran beteiligen.
Und auch die schon so stark gebeutelten Einwohner der Au, Haidhausens und Giesings haben für die Zahlungen ihr Schärflein beizutragen.
Exakt 940 Gulden und 43 Kreuzer steuern sie aus ihren sowieso schon begrenzten Mitteln bei.

Und dennoch reicht es nicht.
Gerade mal 144.273 Gulden bringt die Geldeintreibung ein.
Das ist nicht mal ein Drittel der geforderten Summe, worauf der „Schwedenkönig“ je 22 weltliche und geistliche Geiseln verlangt.

7. Juni 1632

München * Statt 44 verlassen insgesamt 42 Priester, Mönche, Brauer, Gastwirte, Ratsherren und Meister als „Schwedengeiseln“ die Stadt in Richtung Augsburg.
Zwei weltliche Gefangene sind erkrankt. 

Mit den Geiseln verlassen auch die Schweden die baierische Haupt- und Residenzstadt München.

16. Juni 1632

Augsburg * Die „Schwedengeiseln“, auch die aus anderen baierischen Städten, werden in der alten „Bischöflichen Residenz“ in Augsburg untergebracht und wie Gefangene behandelt.

21. Juni 1632

Augsburg * Die „Schwedengeiseln“ leisten ein Gelübde.

Sie wollen nach ihrer Befreiung eine „Wallfahrt“ und einen „Dankgottesdienst zu Ehren der Gottesmutter“ ausrichten und eine „Votivtafel“ spenden.

7. August 1632

Augsburg * 73.000 Reichstaler werden in der Hoffnung nach Augsburg gebracht, dass die Schweden die Hälfte der Geiseln freilassen.

Die Geiselnehmer fordern aber zunächst weitere 37.000 Reichstaler.

16. November 1632

Lützen - Wien * Der Schwedenkönig Gustav II. Adolf verliert in der „Schlacht von Lützen“ sein Leben. 

Sein Widersacher, Albrecht von Wallenstein, setzt dem geschwächten Gegner nicht nach, sondern zieht sich danach ins Winterquartier nach Böhmen zurück.  

In Wien stoßen diese Entscheidungen auf Unverständnis, denn hier herrscht eine unbeschreibliche Freude „wegen der Königlichen Majestät zu Schweden Todesfall“


Verwendet in Führung:

11. Münchner Zeitensprünge
21. Berg am Laim - Ost
28. Kreuzviertel
29. Graggenau



Schweden, Dreißigjähriger Krieg, Mariensäule, Gottgefälliges Werk
Maximilian I. Kurfürst