21. April 1864

Max Weber, der spätere Soziologe, wird in Erfurt geboren.

Erfurt * Max Weber, der spätere Soziologe, Ökonom, Jurist, Historiker und politische Analyst, wird - in großbürgerlichen Verhältnissen - in Erfurt geboren. 


1864

Suchbegriffe

Erfurt,

Personen

Weber Max Soziologe

Weitere Ereignisse im Jahr 1864

1864

Haidhausen * Die Haidhauser Bauerndynastie der Familie Rottenhuber auf dem „Zeugnerhof“ stirbt aus.
Die Grundstücke werden Zug um Zug verkauft.

1864

Im „Lehel“ leben 11.500 Einwohner. 

1864

Das Haus in der Reichenbachstraße 13, in dem sich heute die „Deutsche Eiche“ befindet, wird erbaut.

1864

Papst Pius IX. erlässt - wieder ohne Konzil - die „Enzyklika Quanta Cura“, den sogenannten „Syllabus“, der eine Aufstellung von 80 „zeitgemäßen Irrlehren“ enthält. 

Dazu gehören nicht nur der „Pantheismus“, Naturalismus“ und „Rationalismus“, sondern vor allem der „Sozialismus“, Kommunismus“ sowie „irrige Anschauungen“ über die „Natur der Ehe“ und das „Verhältnis von Staat und Kirche“.
Verurteilt wird auch der „ungezügelte Fortschrittsglaube“ und der „Liberalismus“, der die „Trennung von Staat und Religion“ vorsieht. 

Die „Kurie“ sieht ihren Feind in der „modernen Welt“.
Deshalb ist sie gegen die Glaubensfreiheit, Gewissens-, Kult-, Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit sowie die Demokratie.
Im Gegensatz dazu verlangt der Papst im „Syllabus“ die Oberhoheit der Kirche über die staatliche Gewalt. 

Auf Kritik an der „römisch-katholischen Kirche“ und auf „Individualismus“ antwortet sie mit dem Anspruch, dass nur sie selbst auf Erden die Sache Gottes „ausschließlich, alleinig und entscheidend“ vertreten könne.
Wer zu dieser Kirche nicht gehören will, der muss sie eben verlassen. 

Besonders in Deutschland entbrennt daraufhin eine Auseinandersetzung, in deren Folge es zum sogenannten „Kulturkampf“ kommt. 

Um 1864

Die neue „Heilig- Kreuz-Kirche“ wird nach Plänen von Georg von Dollmann gebaut.
Den entscheidenden Einfluss auf die architektonische Gestaltung des Kirchenneubaus übt jedoch der Ex-König Ludwig I. aus, der achtzehn Jahre zuvor seiner Ämter enthoben worden ist.

Er ist nicht nur während der Planungsphase und des ersten Bauabschnitts der potenteste Finanzier, sondern bestimmt auch den Architekten: den „königlich bayerischen Hofbaurat“ und Schwiegersohn von Leo von Klenze, Georg von Dollmann.
Dieser hatte für den pensionierten König den Ausbau der assyrischen Abteilung in der „Glyptothek“ und einen großen Teil der „Befreiungshalle“ ausgeführt. Dollmann ist Betriebsingenieur der „kgl. bay. Staatsbahn“ und wirkt als Baumeister König Ludwigs II. bei der Projektierung seiner Schlösser mit.

1864

Die 500. Lokomotive mit dem Namen „Hirschau“ (?) verlässt die „Maffei'sche Lokomotiven-Fabrik“.

1864

Das „Kostümverbot“ in Frankreich wird zum „Schutz der Theater“ polizeilich überwacht.

1864

Joseph Gungl übersiedelt von Wien nach München und gibt mit seinem „Orchesterverein Wilde Gungl“ bis 1876 regelmäßig Konzerte und Bälle „á la Gungl“.

1. Januar 1864

Ramersdorf * Durch die Abtrennung der „Ramersdorfer Lüften“ und das Gebiet am „Kuisl“ wird Ramersdorf als selbstständige Gemeinde zu klein. 

Die 600 Bewohner der bislang selbstständigen Gemeinde Ramersdorf werden deshalb samt einer Fläche von 121 Hektar nach München eingemeindet. 

27. Januar 1864

München * Leo von Klenze stirbt in München. 

März 1864

Eine Gruppe Augsburger Arbeiter tritt dem 1863 in Leipzig gegründeten „Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein - ADAV“ bei.  
Damit beginnt in Bayern die Geschichte der „Sozialdemokratie“, denn der „ADAV“ ist die erste selbstständige deutsche Arbeiterpartei.

1. März 1864

München * Prinz Otto wird zur militärischen Ausbildung ins „Kadettenkorps“ eingeführt. 

4. März 1864

München * Der aus Darmstadt stammende Johann Valentin Fey stellt beim Münchner Magistrat im Alter von 30 Jahren den Antrag für eine „persönliche Tapeciererconzession“

Er tritt dabei gegen den „Tapeziergehilfen“ Voll in Konkurrenz.

Als persönliches Vermögen gibt er 1.000 Gulden „Elterngut“ und 550 Gulden „Ersparnisse“ an.
Des weiteren legt er ein notariell beglaubigtes Zeugnis des „Tapezierers“ Karl Falk vor, bei dem er elf Jahre gearbeitet hat,  
und sein in Freising absolviertes Prüfungszeugnis vom 25. November 1863, in dem ihm die Note I „vorzüglich“ attestiert wird. 

10. März 1864

München - Kreuzviertel * König Max II. stirbt nach kurzer Krankheit.  

Seine Grabstätte befindet sich in der „Fürstengruft“ der „Theatinerkirche“ in München.  

Ihm folgt der 18jährige Ludwig II. auf dem Thron.  
Er wird noch am gleichen Tag zum König proklamiert.

11. März 1864

München * Nach dem Tod seines Vaters, König Max II., wird "Kronprinz" Ludwig II. zum König der Bayern.  

Um 10 Uhr vormittags leistet er seinen Eid auf die Verfassung.

14. März 1864

München * Der verstorbene König Max II. wird bestattet. 

König Ludwig II. tritt erstmals in der Öffentlichkeit auf.

24. März 1864

München * Richard Wagner hält sich bis 26. März in München auf und wohnt im „Hotel Bayerischer Hof“

Er ist wieder auf der Flucht, da er in Österreich wegen seiner hohen Schulden täglich mit „Inhaftierung“ rechnen muss.

26. März 1864

München * Nur 16 Tage nach dem unerwarteten Tod des Bayernkönigs, konstituiert sich in München ein „Central-Comité für die Errichtung eines Nationaldenkmals für Weiland Se. Majestät den König Max II.“.  

Es erhält die Genehmigung für Spendensammlungen im ganzen Land. 

28. März 1864

Graggenau * König Ludwig II. beauftragt die Neuausstattung der „Königswohnung“ in der „Residenz“.  
Dabei handelt es sich jedoch lediglich um die Anschaffung neuer Möbel und um Tapeziererarbeiten.  

Gleichzeitig werden die Planungen für einen neuen „Wintergarten“ in die Wege geleitet.

Um April 1864

Das „Maillot-Schlösschen“ wird umgebaut und als „Restaurant“ für den „Zoologischen Garten“ am Westrand des „Englischen Gartens“ genutzt.

8. April 1864

Stuttgart * Der geniale Musiker Richard Wagner schreibt an seinen Freund Peter Cornelius: 

„Ein Licht muss sich zeigen: Ein Mensch muss mir erstehen, der jetzt energisch hilft.
Ein gutes, wahrhaft hilfreiches Wunder muss mir jetzt begegnen; sonst ist's aus!“

14. April 1864

München * Eine der ersten Taten des jungen Bayernskönigs Ludwig II. ist die Berufung Richard Wagners nach München. 

„Kabinettssekretär“ Franz Seraph von Pfistermeister muss sich - nur einen Monat nach Ludwigs Thronbesteigung - mit dem schwierigen Auftrag aus München abreisen, den verehrten Musiker ausfindig zu machen und ihn zum König zu bringen.

Der hoch verschuldete Komponist ist - wieder einmal pleite - mit unbekanntem Ziel abgereist, denn in Wien und der Schweiz verfolgen ihn die Gläubiger so sehr, dass er sich kaum mehr auf die Straße traut.
Nach über zwei Wochen gelingt es Pfistermeister, den europaweit gesuchten Schöpfer wichtiger Musikwerke in Stuttgart aufzuspüren.

26. April 1864

München * Auguste Ferdinande, die Ehefrau des späteren Prinzregenten Luitpold, eine geborene Erzherzogin von Österreich und Prinzessin von Toskana, stirbt in München.  

Sie wird in der „Gruft der Theatinerkirche" beigesetzt. 

Mai 1864

Richard Wagner ist ohne Hoffnung und spricht in einem Brief an Mathilde Maier sogar von Selbstmord: „Ich fürchte, nun ist's mit Allem aus. [...] So tief zerstreut und lebensmüde war ich noch nie“.

3. Mai 1864

Stuttgart * „Kabinettssekretär“ Franz Seraph von Pfistermeister trifft in Stuttgart auf Richard Wagner.
Er überreicht ihm Brief, Bild und Ring des bayerischen Königs Ludwig II.. 

Gemeinsam reisen sie noch am gleichen Tag nach München.

4. Mai 1864

München * Am Nachmittag treffen der Komponist Richard Wagner und der fast dreißig Jahre jüngere Bayernkönig Ludwig II. das erste Mal zusammen. 

Mit der Anstellung am bayerischen Hof endet für Wagner die Zeit der Schulden und seine schier ausweglose finanzielle Notlage.

König Ludwig II. verspricht Richard Wagner in einem Brief:

„Seien Sie überzeugt, ich will alles tun, was irgend in meinen Kräften steht, um Sie für vergangenes Leid zu entschädigen, die niedrigen Sorgen des Alltagslebens will ich von Ihrem Haupte auf immer verscheuchen, die ersehnte Ruhe will ich Ihnen bereiten, damit Sie im reinen Äther Ihrer wonnevollen Kunst die mächtigen Schwingen Ihres Genius ungestört entfalten können!“ 

Die Großzügigkeit des Wittelsbachers gegenüber den von ihm vergötterten Komponisten kennt keine Grenzen: 

  • Der Musiker erhält ein Jahresgehalt von 4.000 Gulden, was dem Gehalt eines „Ministerialrats“ nach achtzehn Dienstjahren entspricht. 
  • Als „öffentlichen Beweis der königlichen Freundschaft“ erhält Richard Wagner vom bayerischen Regenten die Gartenvilla an der Brienner Straße 18 (heute Haus Nr. 37) mietfrei gestellt.
  • Und er bekommt darüber hinaus 16.000 Gulden, womit er seine in Wien hinterlassenen Schulden begleichen kann.
  • Und weil das immer noch nicht reicht, verlangt der Neu-Münchner einen Vorschuss von 30.000 Gulden für die Fertigstellung des „Rings der Nibelungen“, obwohl er die „Partituren“ bereits anderweitig verkauft hat.
  • Er bekommt den Vorschuss, wenn auch nur in Raten.
  • Daneben eröffnet der König dem Musiker die Aussicht, für sein „unvergleichliches Werk“ - wie es der König nennt - eine eigene Spielstätte errichten zu können. 
10. Mai 1864

München * König Ludwig II. weist sein „Hofsekretariat“ an, Richard Wagner ein Jahresgehalt von 4.000 Gulden zu bezahlen. 

Um keine „Neiddiskussion“ hochkommen zu lassen, wird gegenüber der Öffentlichkeit nur ein Jahresgehalt von 1.200 Gulden angegeben. 

Zusätzlich erhält der Musiker ein ganzes Jahresgehalt „zur Bestreitung der Übersiedelung zur Verfügung“ gestellt.

14. Mai 1864

Kempfenhausen * Richard Wagner bezieht das Landhaus des Gastwirts Pellet in Kempfenhausen am Starnberger See, das Ludwig II. für ihn gemietet hat. 

Fast drei Wochen lang trifft er täglich mit dem König auf „Schloss Berg“ zusammen.
Der Aufenthalt dauert bis zum 27. September.

22. Mai 1864

München * König Ludwig II. schenkt Richard Wagner zu dessen 51. Geburtstag sein von Friedrich Dürck gemaltes Porträt in Generalsuniform.

25. Mai 1864

Starnberger See * Als König Ludwig II. nach München zurückkehrt, bleibt Richard Wagner bis Oktober am Starnberger See, fährt aber öfter zu Audienzen nach München.

26. Mai 1864

München * Prinz Otto wird von seinem Bruder - König Ludwig II. - zum „Oberleutnant“ befördert. 

3. Juni 1864

Graggenau * König Ludwig II. gibt den Auftrag für einen repräsentativeren offiziellen Zugang zu seiner Wohnung im nordwestlichen Pavillon des „Festsaalbaues“.  

Dazu müssen Bedienstetenwohnungen entfernt werden.  
Der dadurch entstehende 31 Meter lange Gang [„Nibelungen-Gang“] mit 14 Fenstern zur Theatinerstraße wird ausgebaut. 

6. Juni 1864

Hackenviertel * Im „Kreuzbräu“ an der Brunnstraße findet eine Besprechung zur Gründung eines „Konsumvereins“, also eines Vereins zur möglichst billigen Beschaffung von Lebensmitteln, statt.

Man diskutiert dort die Erfahrungen aus anderen Städten und schlägt die Schaffung eines „Gründungskomitees“ vor. 

10. Juni 1864

München - Wien * Richard Wagner fährt nach Wien, um dort seine Schulden zu begleichen. 

Dazu werden ihm aus der „Kabinettskasse“ 16.000 Gulden zur Verfügung gestellt. 
Mit einem Schlag ist der Musiker von seinen Geldsorgen befreit.

11. Juni 1864

München * Die „Münchner Neuesten Nachrichten“ schreiben über den Nutzen der Einrichtung „Konsumverein“

„Er hat die ganz dieselbe Wirkung für den Arbeiter, Handwerker, Beamten usw. wie eine Lohnerhöhung.
Diesen wichtigen Moment können wir unseren Lesern nicht eindringlich genug ans Herz legen“

11. Juni 1864

Hackenviertel * Der Komponist Richard Strauss wird in München geboren. 

29. Juni 1864

Starnberger See * Cosima von Bülow trifft mit ihren beiden Töchtern bei Richard Wagner zur „Sommerfrische“ im „Landhaus Pellet“ am Starnberger See ein. 

7. Juli 1864

Starnberger See * Hans von Bülow, Cosimas Ehemann, trifft ebenfalls am Starnberger See ein.

8. Juli 1864

München - Au * Durch Beschluss des Magistrats wird Johann Valentin Fey „als Bürger und Tapezierer dahier aufgenommen“

Das kostet dem „Neubürger“ 75 Gulden „Bürgeraufnahmsgebühren“

11. Juli 1864

München * Die „I. Ordentliche Generalversammlung“ des „Konsumvereins von 1864“ findet statt. 

Er ist einer der ersten Konsum-Organisationen Deutschlands.
Der Mitgliedsbeitrag wird auf 4 Gulden festgesetzt.

Das erste Lager eröffnen die Gründungsmitglieder am Frauenplatz. 

22. Juli 1864

München * Nur elf Tage nach der Geschäftseröffnung des „Konsumvereins von 1864“ ist die Zahl der Mitglieder auf 400 gestiegen.

„Sie [die Konsumvereine] sind daher geradeso für die Reichen wie für die Unbemittelten. Jene ziehen aus ihnen, weil sie am meisten verbrauchen, verhältnismäßig den größten Gewinn, während wieder die Unbemittelten dadurch, daß sie einem Verein mit großen Warenumsatz angehören, die Waren für den möglichst billigen Preis bekommen, also auch bei kleinen und kleinstem Bedarf die höchst möglichen Ersparnisse bei bester Qualität der Waren machen“

25. Juli 1864

Schloss Hohenschwangau * Richard Wagner besucht König Ludwig II. an dessen 19. Geburtstag auf „Schloss Hohenschwangau“.

25. August 1864

Isarvorstadt * Der Grundstein für das „Münchner Volkstheater“, dem späteren „Gärtnerplatz-Theater“ wird gelegt.

16. September 1864

Darmstadt * Das „Großherzogliche Hessische Kreisamt Darmstadt“ erteilt dem Tapezierer Johann Valentin Fey die Entlassung aus dem „Großherzoglich Hessischen Unterthanen-Verbande“

Damit steht seiner endgültigen Übersiedlung nach München nichts mehr im Wege. 

27. September 1864

Maxvorstadt * Richard Wagner mietet für sich das Haus in der Brienner Straße 21, nahe der „Propyläen“.

Bereits bei der ersten Audienz hat der Komponist dem König erklärt, dass er sich in München nur dann „heimisch und zur Arbeit angeregt“ fühlen kann, wenn er „ein Häuschen in einem Garten allein bewohne“.

1. Oktober 1864

München * Richard Wagners Gehalt erhöht sich stufenweise auf 8.000 Gulden.

2. Oktober 1864

Theresienwiese *  Ludwig II. besucht in Begleitung seines Bruders Prinz Otto das Münchner „Oktoberfest“

Ab 3. Oktober 1864

Maxvorstadt - Kreuzviertel * Während sein Haus in der Brienner Straße 21 entsprechend seinen Wünschen und Vorstellungen eingerichtet wird, wohnt Richard Wagner im „Hotel Bayerischer Hof“.

5. Oktober 1864

Graggenau * Unter den Fenstern der königlichen Wohnung in der Münchner Residenz wird der von Richard Wagner komponierte „Huldigungsmarsch“ zur Aufführung gebracht.

Die Uraufführung dieses Werkes war ursprünglich am 25. August 1864, dem 19. Geburtstag des „Märchenkönigs“ in „Schloss Hohenschwangau“ geplant, musste dann aber aus verschiedenen Gründen vertagt werden.

7. Oktober 1864

München * König Ludwig II. vereinbart mit Richard Wagner die Vollendung und Aufführung des „Ring des Nibelungen“ innerhalb der nächsten drei Jahre.

12. Oktober 1864

Maxvorstadt * Der Komponist Richard Wagner schlägt sein Domizil in der von König Ludwig II. gemieteten Villa in der Brienner Straße 21 (heute 37) auf. 

Der bislang total verschuldete Komponist richtet sich in dem prachtvollen Haus wie ein „orientalischer Grandsigneur“ ein. 
Er bleibt dort bis zum 10. Dezember 1865.

18. Oktober 1864

München * Richard Wagners „Ring der Nibelungen“ geht in das Eigentum des Bayernkönigs über.

29. Oktober 1864

Au - München * Johann Valentin Fey, der Vater von Karl Valentin, erwirbt das kostenpflichtige und mit einem direkten Steuersatz verbundene „Münchner Bürgerrecht“, das nur etwa 5 Prozent der Münchner Einwohnerschaft besitzen. 

Damit verbunden ist beispielsweise das „kommunale Wahlrecht“.
(siehe auch 5. Dezember 1893)

Ab November 1864

Der „Nibelungen-Gang“ bezeichnete neue Zugang zu den „Königsappartements“ König Ludwigs II. in der „Residenz“ wird von dem Maler und Graphiker Michael Echter mit dreißig Fresken aus dem Richard-Wagner-Zyklus „Der Ring der Nibelungen“ ausgemalt.  

Die Arbeiten dauern bis 1866 an. 

1. November 1864

München * Richard Wagners Jahresgehalt beträgt aktuell 5.000 Gulden.

26. November 1864

Haidhausen * Dem Bayernkönig Ludwig II. schwebt ein monumentales Bauwerk für ein Festspielhaus vor.

Deshalb schreibt der Monarch an Wagner, er habe „den Entschluß gefaßt, ein großes steinernes Theater erbauen zu lassen, damit die Aufführung des Ringes der Nibelungen eine vollkommene wäre“.

König Ludwigs Vorstellungen eines „Richard-Wagner-Festspielhauses“ in München werden jedoch von seiner unmittelbaren Umgebung und von einem großen Teil der Bevölkerung mit Skepsis beobachtet, da der prachtvolle Monumentalbau nur an wenigen „Festspieltagen“ benutzt worden wäre. 

Das Interesse der Zeitzeugen am weiteren Verlauf von Gottfried Sempers Planungen ist deshalb ebenso groß wie widersprüchlich.

4. Dezember 1864

München * „Der fliegende Holländer“ kommt, von Richard Wagner selbst dirigiert, in München erstmals zur Aufführung.

Mit diesem Werk und der gezeigten Inszenierung gelingt es Wagner, sich beim Münchner Publikum mit großem Erfolg einzuführen.
Außerdem ist diese „Holländer“-Aufführung das einzige große und damit herausragende Ereignis des Münchner „Opernspielplans“ in diesem Jahr.

13. Dezember 1864

München - Dresden * Durch einen Brief Richard Wagners erfährt der „Architekt“ Gottfried Semper von der Aussicht, „ein großes Theater im edelsten Stile“ für Wagners Musikdramen in der bayerischen Haupt- und Residenzstadt ausführen zu können. 

Drei Tage später zeichnet dieser eine erste Skizze und reist danach umgehend nach München, um die genaueren Bedingungen zu erfahren.

Doch dort sind die Vorstellungen noch nicht sehr weit gediehen, nicht einmal ein Bauplatz ist im Gespräch.

29. Dezember 1864

Graggenau * König Ludwig II. empfängt den „Architekten“ Gottfried Semper und gibt ihm einen mündlichen Planungsauftrag für ein neues Opern- und Festspielhaus. 

Man fasst ein Terrain südlich des seit dem Jahr 1857 im Bau begriffenen „Maximilianeums“ ins Auge. 

Da Richard Wagner aber keine sechs Jahre bis zur Fertigstellung des neuen Theaters warten will, überredet er den König, für die Zwischenzeit noch ein provisorisches, hölzernes „Theater im Glaspalast“ zu errichten, um - so die Begründung - nach Abschluss des „Nibelungen Rings“ im Sommer 1867 sofort mit den Aufführungen beginnen zu können. 

Doch damit wäre die Nutzung des „Glaspalastes“ als Ausstellungsort massiv eingeschränkt worden, weshalb nun zusätzliche Gegner des Projekts auf den Plan treten.

31. Dezember 1864

München * Der „Konsumverein München von 1864“ kann bereits 1.140 Mitglieder verzeichnen. 

31. Dezember 1864

München * Ohne Berücksichtigung der Kosten für die Sachgeschenke von Ludwig II. an Wagner betragen die im Jahr 1864 getätigten baren Zahlungen aus der königlichen „Kabinettskasse“ an Richard Wagner insgesamt 42.333 Gulden und 20 Kreuzer. 

Dem König stehen etwa 300.000 Gulden zur freien Verfügung. 


Verwendet in Führung:




Erfurt
Weber Max Soziologe