19. Januar 1784

Der Stadtrat legt dazu eine Reihenfolge des Bierausschanks vor

München * Auswärtiges Bier darf erst dann eingeführt werden, wenn das Bier der Münchner Brauer verkauft ist.  

Der Stadtrat legt dazu eine Reihenfolge des Ausschanks vor.  

  • Im ersten Los darf nur das Bier aus den Kellern der Stadt ausgeschenkt werden.  
  • Im zweiten Los wird jedem Brauer freigestellt, ob er sein Bier in der Stadt oder am Gasteig ausschenkt.
    Die Stadtkeller müssen aber vor den „Märzenkellern“ am Gasteig öffnen.  
  • ​Im dritten Los darf das Bier nur vor der Stadt ausgeschenkt werden.
  • ​Der Brauer, der noch keinen Bierkeller hat, soll einen bauen oder mieten.  

Außerdem sollen die Brauer über die einzusiedende Biermenge eine Übereinkunft treffen und diese dem Magistrat zur Genehmigung vorlegen. 


1784

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Bier, Bierbrauer, Bierkeller, Märzenkeller, Gasteig, Lilienberg, Auswärtiges Bier, Bierlos, Biermenge, Magistrat,

Weitere Ereignisse im Jahr 1784

1784

Schwabing * Nachdem Baron Carl Albert von Aretin eine Erbschaft macht, verkauft er sein Grundstück in der „Schwabinger Hayd“, auf dem später „Schloss Biederstein“ entstehen wird, an Kurfürst Carl Theodor. 

1784

London - München * Der englische König George III. erteilt Sir Benjamin Thompsons Bitte zum Eintritt in baierische Dienste, eine Zusage. 

Damit kann er „Leibadjutant“ von Kurfürst Carl Theodor und Mentor dessen außerehelichen Sohnes Graf Bretzenheim werden. 

England verfolgt die Tauschpläne des baierischen Herrschers mit Argwohn.
Dieser will mit Baiern einen Teil seines Kurfürstentums gegen die „Österreichischen Niederlande“ eintauschen, um Herrscher des neuen „Königreichs Burgund“ zu werden.

Das Vorhaben hätte aus der zerstückelten Pfalz einen ansehnlichen Staat gemacht.
Während die Pläne in Österreich befürwortet werden, formiert sich in Baiern massiver Widerstand.

1784

München-Graggenau * Giovanni Pietro Sarti darf sein „Kaffeehaus“ an der „Hofgartenmauer vor der Reitschule“ um ein Stockwerk erhöhen. 

1784

München * Johann Perzl spottet über den Baierwein: „Es wächst zwar in Baiern selbst einiger Wein an den Gegenden der Donau, ober und unter Regensburg, bey Landshut und in der Gegend um Dingolfing.

Wenn er etwa an die zwanzig Jahre gelegen hat, dann soll er nicht ganz widerlich zu trinken seyn; sonst aber wird er gewöhnlich nur als Essig gebraucht“.

1784

München * Sir Benjamin Thompson kommt in das Kurfürstentum Baiern und wird zunächst „Oberst“ eines Kavallerieregiments.

9. Januar 1784

Au * Die Wirte der Au beschweren sich über die auf dem „Gasteigberg“ erbauten „Märzenkeller“.  

Die dortigen Bierbrauer bewirten im Sommer und Herbst ihre Gäste mit Bier, das mass- und halbmassweise ausgeschenkt wird.  
Außerdem gestatten sie das Musizieren und Tänzen und bieten „Kugelplätze“ [= Billard] und „Spieltische“ an.  

Die „Oberlandesregierung“ soll im kurfürstlichen Auftrag diese Exzesse abstellen. 

16. Januar 1784

München - München-Kreuzviertel * Die Münchner Bierbrauer beschweren sich über die Brauerei des „Augustinerklosters“.  

Die Mönche haben wiederholt Bier innerhalb und außerhalb des Klosters ausgeschenkt und verkauft und dazu sogar eine Gaststube eingerichtet.   

Dem Kloster wird im Wiederholungsfalle eine Strafe von 100 Dukaten oder das Herausreißen der Braukessel angedroht. 

28. Januar 1784

München * Ein „tollwütiger“ Hund entkommt und verletzt dreizehn Personen.  
Daraufhin werden 250 Hunde erschossen.  

Laut einer Verordnung werden alle frei auf der Gasse herumlaufenden Hunde ohne Rücksicht erschossen.  
Das Verbot gilt zunächst bis 9. Februar. 

26. März 1784

München * Der Stadtrat beauftragt den „Wasenmeister“ Adam Kuisl mit einer heiklen Mission.

Er soll den Unfug abstellen, dass die Metzger ihre Hunde in den „Fleischbänken“ das warme Blut trinken lassen. 

31. März 1784

München * Der Stadtrat ermahnt die Bierbrauer und droht ihnen mit Geldstrafen und mit „unliebsameren Strafen“.   

Der Grund sind die Beschwerden der Auer Wirte.  

Die Brauer dürfen künftig nur noch in der Zeit, in der sie den „ordentlichen Kranz“ besitzen, in ihren „Märzenkellern“ Gäste mit Bier bewirten, Kugelplätze und Spieltische betreiben sowie durch Musikanten zum Tanzen aufspielen lassen. 

April 1784

Geldern * Die dreizehn Münchner, die Ende Januar von dem tollwütigen Hund gebissen worden sind, werden nach „St. Hubert“ im österreichischen Geldern - „im Ardenner Wald“ - geschickt.

Dort wird ihnen zur Heilung die Stola des heiligen Hubertus aufgelegt oder ein Faden aus der Stola des Heiligen in die Kopfhaut einnäht.  
Drei von ihnen sterben unterwegs. 

22. Juni 1784

München * Kurfürst Carl Theodor verbietet alle „Communitäten, Gesellschaften und Verbindungen“, die ohne seine „landesherrliche Bestätigung“ gegründet worden sind.

Damit wird auch der Geheimbund der „Illuminaten“ verboten und seine Mitglieder mit der Verfolgung und Amtsenthebung bedroht. 

So kommt auch Maximilian Joseph von Montgelas auf die „Schwarze Liste“.
Auch wenn er nie persönlich verfolgt wird, so ist das Vertrauen Carl Theodors in Montgelas zerstört und damit seine Karriere am Hof des Kurfürsten am Ende.
Seine Aussichten auf eine fest besoldete Stelle ist dadurch in weite Ferne gerückt.

9. September 1784

Au * Bei der Überprüfung der Klosterkasse der Paulaner stellt man fest, dass die erwarteten 4.000 Gulden fehlen.

Das Geld war in der Lotterie verspielt worden.
Pater Maritius Lohr wird daraufhin von seinem Amt als „Generalvikar“ entlassen.

5. November 1784

Untergiesing * Kurfürst Carl Theodor erhebt - ohne allerdings die zuständigen Stellen einzubinden - das Anwesen des Franz Anton von Pilgram unter dem Namen „Pilgramsheim“ zum „Adelssitz mit allen Rechten“.

Das bringt nun aber die Baronin von Kern auf die Palme, da die Rechte, insbesondere die „Jurisdiktion“ über den ganzen „Pilgramsheim-Sitz“ ja der „Hofmark Falkenau“ untersteht.
Die Baronin erhebt Einspruch und der „Hofbankier“ Pilgram erhält den „allerhöchsten Befehl“, sich mit „derselben zu vergleichen“.

Die Einigung kommt aber erst zustande, nachdem die Baronin von Kern ihren Besitz an die Gräfin von Toerring-Seefeld verkauft hat.

16. November 1784

Au * Kurfürst Carl Theodor erlässt eine Verfügung, die mit den Missständen im Paulanerkloster aufräumen soll.


Verwendet in Führung:

03. Der Gasteig - Ein Stück Alt-München
06. Die nördliche Au
10. München - Weinstadt & Biermetropole



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