15. Januar 1940

Umzug der Lebensborn-Zentrale

München-Kreuzviertel * Der ebenfalls geplante Abriss des jüdischen „Gemeindehauses“ in der Herzog- Max-Straße 3-5 kommt nicht zur Ausführung. 

Die Gebäude werden daraufhin dem „Rasse- und Siedlungs-Hauptamt der SS“ zur Verfügung gestellt.
Daraufhin verlegt die „Zentrale des Lebensborn e.V.“ ihren Sitz von der Poschinger Straße 1 in die Herzog-Max-Straße 3-7.


Sortierung 1940

Suchbegriffe

Lebensborn, jüdisches Gemeindehaus, Rasse- und Siedlungshauptamt der SS, Herzog-Max-Straße,

Weitere Ereignisse im Jahr 1940

1940

München * Als Karl Valentin im Rahmen einer „Wohltätigkeitsveranstaltung“ einige seiner dem „Stadtarchiv München“ verkauften Dias zeigen will, erklärt man ihm unmissverständlich, dass er mit dem Verkauf jegliche Rechte an seinen Fotos verloren hat.

Ab 1940

Deutsches Reich * In der Zeit des Nationalsozialismus von 1940 bis 1945 vollstreckt der „Scharfrichter“ Johann Reichhart 2.805 Todesurteile.

1940

München-Bogenhausen * Eine Dienststelle des „Lebensborn e.V.“ ist in der Cuvilliésstraße 22 untergebracht.

Vorteilhaft ist die Nähe zur „Bürgermeister-Villa“ in der Ismaninger Straße 95, die ab 1941 ebenfalls als „Lebensborn-Dienststelle“ genutzt wird.

1940

München-Maxvorstadt * Die Stadt München konfisziert das Haus in der Richard-Wagner-Straße 7 und übergibt es bald darauf an das „Kuratorium für das Braune Band von Deutschland“.

1940

Deutsches Reich * Der Seidenbau ist aus „volkswirtschaftlichen, medizinischen und wehrpolitischen Gesichtspunkten besonders wünschenswert“

Um 1940

Europa * Im „Deutschen Reich“ (einschließlich Österreich) besitzt der „Lebensborn e.V.“ neun „Entbindungsheime“ und zwei „Kinderheime“.

Für die Geburt unehelich gezeugter Kinder deutscher Besatzungstruppen eröffnet der „Lebensborn e.V.“ in Belgien, Frankreich, Luxemburg und Norwegen insgesamt zwölf „Entbindungsheime“.

Alleine in Norwegen kommen 8.000 bis 9.000 Kinder zur Welt.
Jedes „Lebensborn-Heim“ besitzt ein eigenes „Standesamt“ und eine „polizeiliche Meldestelle“.

Ab 1940

München-Untergiesing * Im Zweiten Weltkrieg missbraucht man das „Schyrenbad“ als „Sammelstelle zur Möbelbergung“ für die ausgebombten Untergiesinger Bürger.

1940

Großbritannien * Wie viele Emigranten hatte auch die Familie Haas unter der fremdenfeindlichen englischen Politik zu leiden.

Es werden keine Arbeitserlaubnis für deutsche Ärzte erteilt.
Hinzu kommt eine unverblümt „antisemitische“ Stimmung.

Dr. Alfred Haas gibt seine Bemühungen auf und emigriert mit seiner Frau in die USA.

1. Januar 1940

Steinhöring * Nach dem Umbau des „Lebensbornheims Hochland“ in Steinhöring bietet es jetzt Platz für 50 statt für 30 Mütter. 

Die Kinderbettenzahl ist von 55 auf 109 aufgestockt worden.

18. Januar 1940

Haar-Eglfing * Die ersten 25 Patienten werden aus der Heilanstalt in Haar-Eglfing in Bussen in die Tötungsanstalt Grafeneck bei Münsingen im Landkreis Reutlingen gebracht.

Noch am selben Tag werden sie dort ermordet. 

Februar 1940

München-Isarvorstadt * Karl Valentin wird behördlicherseits aufgefordert, seinen Requisitenkeller im „Kolosseum“ zu räumen, da dort ein Luftschutzkeller eingerichtet werden soll.

Aus Wut und Verzweiflung zerstört oder verschenkt er daraufhin seinen gesamten Bühnenfundus.
Kurz darauf wird ihm mitgeteilt, dass er den Raum nun doch weiterhin nutzen kann.

März 1940

München-Isarvorstadt * Karl Valentin tritt als „Frosch“ in der „Fledermaus“ am „Gärtnerplatz-Theater“ auf.

April 1940

München - Berlin * Karl Valentin kündigt seine Mitgliedschaft in der „Reichsfachschaft Film“.

Ab dem 29. Mai 1940

München * Am 29. und 30. Mai 1940 regnete es in Strömen und ununterbrochen. Beim gewaltigsten Hochwasser der Isar stürzen 1.440 Kubikmeter Wasser in der Sekunde durch das Flussbett. 

4. Juni 1940

München * Der erste Luftangriff auf München. München wird von sechs Luftangriffen heimgesucht. Diese bringen aber nur geringe Zerstörungen. Noch kursiert hier der Kinderreim: „Bomben auf Berlin / Rosen auf Wien / München wollen wir schonen / da wollen wir später wohnen“. Von einem Krisenbewusstsein ist nichts zu spüren und die zunehmende Mobilisierung für Luftschutzübungen werden von der Einwohnerschaft häufig nur als lästige Beeinträchtigung des gewohnten Lebensablaufes empfunden.  

Noch immer glauben die Münchner dem Propagandaminister Dr. Joseph Goebbels und dem Reichs-Luftmarschall Hermann Göring, die dem Volk versprochen haben, dass kein feindliches Flugzeug nach Deutschland durchkommen wird.

Göring, der der Zivilbevölkerung den absoluten Schutz vor Bombenangriffen garantiert hat, will sogar „Meier“ heißen, sobald ein feindliches Flugzeug deutsches Territorium überfliegen würde. Kein Wunder, dass der Oberbefehlshaber der Luftwaffe im Volksmund bald nur noch der „Herr Meier“ war. Auch der Name Tengelmann ist für ihn geläufig, „hatte er ja schließlich in jeder größeren Stadt Deutschlands eine Niederlage“.  

Die Münchner Stadtverwaltung macht sich dagegen mehr Gedanken und Sorgen, weil sie für München als Hauptstadt der Bewegung eine erhöhte Bombengefährdung sieht.

5. Juni 1940

München-Hackenviertel * Die letzte Vorstellung von Karl Valentins „Ritter Unkenstein“ in der Ritterspelunke am Färbergraben. 

17. Juni 1940

Frankreich * Die vor den Nazis nach Frankreich geflüchtete Else Eisner-Belli nimmt sich das Leben. 

21. Juni 1940

München-Bogenhausen * Da Elisabeth Braun „infolge bestimmter persönlicher Bedrohungen“ mit ihrem „vorzeitigen Ableben“ rechnet, vermacht sie ihre irdischen Güter der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Bayern rechts des Rheins.

7. Juli 1940

Liverpool * Ringo Starr, der Schlagzeuger der Beatles, kommt als Richard Starkey in Liverpool zur Welt. 

19. Juli 1940

Berlin * Den Juden werden von der Reichspost die Telefonanschlüsse gekündigt.

August 1940

München-Ludwigsvorstadt * Karl Valentin tritt mit „Theater in der Vorstadt“ im „Deutschen Theater“ auf.

7. August 1940

Ettal * Pater Rupert Mayer wird wegen seines bedrohlichen Gesundheitszustandes und auf Anordnung des Reichsführers SS, Heinrich Himmler, für den Rest des Krieges ins Kloster Ettal verbannt. Er muss im Kloster leben, darf das Klostergelände nicht verlassen und keine Messen in der Öffentlichkeit zelebrieren.

20. August 1940

München-Englischer Garten - Hirschau * Der 67 Hektar große „Hirschauer Forst“ wird dem „Englischen Garten“ gegen eine Bezahlung von 100.000 Mark übergeben.

September 1940

München-Theresienwiese * Zweiter Weltkrieg. Das „Oktoberfest“ fällt aus.

5. Oktober 1940

New York * Lion Feuchtwanger trifft in New York ein. 

9. Oktober 1940

Liverpool * John (Winston) Lennon, Sänger, Gitarrist und Songwriter der Beatles, wird in Liverpool geboren. 

November 1940

München-Ludwigsvorstadt * Karl Valentin tritt mit „Der Theaterbesuch“ im „Deutschen Theater“ auf.

30. November 1940

München-Hackenviertel * Karl Valentins „Panoptikum“ in der „Ritterspelunke“ am Färbergraben 33 schließt für immer. 

Dezember 1940

München-Graggenau * Liesl Karlstadt spielt - äußerst erfolgreich - in der Revue „Münchner G‘schicht‘n“ in Adolf Gondrells „Bonbonniere“.


Verwendet in Führung:

08. Bogenhausen
36. Täterorte - Opferorte * Nationalsozialismus




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