5. Oktober 1868

Der „Alte Nördliche Friedhof“ an der Arcisstraße wird eingeweiht

Maxvorstadt * Der „Alte Nördliche Friedhof“ an der Arcisstraße wird eingeweiht.  

Er umfasst 7.272 Gräber und wird zum Ende des 19. Jahrhunderts bereits voll belegt sein. 


1868

Suchbegriffe

Alter Nördlicher Friedhof, Arcisstraße,

Weitere Ereignisse im Jahr 1868

1868

München * König Ludwig II. beruft Ignaz von Döllinger zum „lebenslänglichen Reichsrat der Krone Bayerns“.

Ab 1868

Zur optimalen Straßenführung legt die Bahnverwaltung „einen Eisenbahndamm von der Brücke angefangen bis zum Berge von Giesing, und durch diesen einen aufsteigenden tiefen Einschnitt“ an. Damit wird Untergiesing in zwei Hälften zerschnitten. Proteste der Untergiesinger stellen heraus, dass mit dem plumpen und unansehnlichen Bahndamm die Vorstadt in ihrer baulichen Entwicklung beeinträchtigt, dass zumindest die in der Nähe des Damms liegenden Grundstücke entwertet und der Bevölkerung eine „unästhetische und unerträgliche Last aufgebürdet“ wird. Der Stadtrat befürchtet bei einem Bruch des Hochwasserdammes der Isar können die hereinströmenden Wassermassen große Teile Untergiesings überschwemmen. Statt des festen Bahndammes fordert man deshalb die Herstellung der Bahntrasse auf Pfeilern. Die Bahnverwaltung hält aber die vorgetragenen Hochwasserängste für stark übertrieben, da genügend Öffnungen für Straßen und Bäche vorgesehen sind. Gleichzeitig stellt sie die - berechtigte - Frage, ob eine leichtere Bauweise etwas an der Lautstärke und der Ästhetik ändern würde.

Zum Bau des Bahndamms wird auf der gesamten Strecke zwischen dem Bergeinschnitt und der „Braunauer Brücke“ ein sieben Meter hohes Holzgerüst aufgebaut. Diese Konstruktion trägt eine Rollbahn, mit der die Erdmassen aus dem Hangeinschnitt abtransportiert und anschließend auf beide Seiten der Holzkonstruktion herabgekippt werden. Das Holzgerüst verschwand nach und nach im aufgeschütteten Eisenbahndamm.

Zehn Monate sind dafür vorgesehen, um die 60.000 Kubikmeter Erdreich, die beim Aushub des Einschnitts zwischen dem Giesinger Berg und dem Ostbahnhof anfallen, auf den Bahndamm zu verteilen. Voraussetzung ist aber, dass die Bauarbeiter pro Tag rund 750 Waggons der Rollbahn mit Erdreich be- und entladen. Auf dem Streckenabschnitt sind drei Rollbahnzüge mit jeweils siebzehn Waggons ständig im Einsatz. Zu erheblichen Problemen führen nach der Inbetriebnahme der Bahnstrecke die Lärmentwicklung an der Eisenbahnbrücke am Kolumbusplatz und dem gesamten Weg des Damms. Der Lärmpegel war noch höher wie heute, da die Schienen ohne jede Geräuschdämmung direkt auf die eisernen Brückenläufe montiert worden waren.

Anno 1868

Haidhausen - Rosenheim - Simbach/Braunau * Die Gleisverlegungsarbeiten an den Bahnlinien nach Simbach/Braunau am Inn und der neuen Streckenführung nach Rosenheim beginnen.  

Von Rosenheim aus sollte noch eine weitere, insgesamt kürzere Strecke nach Salzburg abzweigen. 

Im selben Jahr wird auch der Bau für den „Haidhauser Bahnhof“ begonnen, der zu dieser Zeit noch „mitten auf der grünen Wiese“ entsteht. 

1868

Haidhausen * Gleichzeitig mit der Verlegung der Bahngleise und der Errichtung des „Ostbahnhofs“, ist die Überplanung des Geländes zwischen der künftigen Bahnlinie und der „Vorstadt Haidhausen“ unumgänglich geworden. 

Diese Aufgabe übernimmt der städtische „Oberbaurat“ Arnold Zenetti. 

1868

Au * Elisabeth Fey stirbt im Alter von 28 Jahren.

1868

Obergiesing * Die Kirchenschiffe der neuen „Heilig-Kreuz-Kirche“ sind bereits dreizehn Meter hoch, aber auch alles Geld verbaut.

Ab 1868

Schloss Linderhof * Georg von Dollmann wirkt bei den Planungen für „Schloss Linderhof“ mit.

1868

München - Russland * Die Münchner Bierbrauer stellen triumphierend fest, dass der Bierverbrauch allein in München ebenso hoch liegt wie in ganz Russland.

1868

Angerviertel - Au * Das Stammhaus der „Singlspielerbrauerei“ in der Sendlinger Straße wird versteigert.

Den Braubetrieb an der Rosenheimer- Ecke Hochstraße erwerben die „Braugrafen“ Butler-Haimhausen und machen ihn mit hohem Kapitaleinsatz wieder flott.

1868

München * Die „Zeichnungs- und Modellierschule“ wird als „Königliche Staatliche Kunstgewerbeschule“ in eine staatliche Institution umgewandelt.

30. Januar 1868

München * Das Königreich Bayern führt - als letztes deutsches Land - die „Gewerbefreiheit“ ein.

In dem Gesetz heißt es:
„Alle Staatsangehörigen ohne Unterschied des Geschlechts und des Glaubensbekenntnisses sind zum Betriebe von Gewerben im ganzen Umfange des Königsreichs berechtigt.
In dieser Berechtigung liegt insbesondere die Befugnis, verschiedenartige Geschäfte gleichzeitig an mehreren Orten und in mehreren Lokalitäten desselben Ortes zu betreiben, von einem Gewerbe zum andern überzugehen, ein Geschäft auf den Bereich anderer Gewerbe auszudehnen und Hilfspersonen aus verschiedenartigen Gewerbszweigen in beliebiger Anzahl in und außer dem Hause zu beschäftigen“

Das bedeutet, dass jeder, ob Mann oder Frau, ob Christ oder Jude, beliebig viele Gewerbeunternehmungen an beliebig vielen Orten in Bayern betreiben kann.

Nur für „Apotheken“ und „Gastwirtschaften“ bleibt auch weiterhin ein „Konzessionssystem“ erhalten.

20. Februar 1868

Wien * Ludwig III., der spätere Prinzregent und König, heiratet Marie Therese, Erzherzogin von Österreich-Este und Prinzessin von Modena, in Wien.

29. Februar 1868

Nizza * Der Ex-König Ludwig I. stirbt in Nizza.  

Seine Grabstätte befindet sich in der Basilika Sankt Bonifaz in München. 

7. März 1868

München * In einem Brief redete Cosima von Bülow, Wagners Sekretärin und Mutter zweier gemeinsamer Kinder, König Ludwig II. den Plan zum Bau eines „Wagner-Festspielhauses“ in München aus.

15. März 1868

Hamburg * Lida Gustava Heymann wird in Hamburg geboren. 

21. März 1868

Graggenau * Eduard von Riedel legt die Pläne für den erweiterten „Wintergarten“ König Ludwigs II. auf dem Dach des „Festsaalbaus“ vor. 

27. März 1868

München * Richard Wagner erhält vom Bayernkönig Ludwig II. ein Darlehen unbekannter Höhe.

29. April 1868

München * Prinz Otto wird durch seinen Bruder in den „Ritterorden vom Heiligen Georg“, dem „Hausorden“ der Wittelsbacher, aufgenommen. 

13. Mai 1868

Schloss Neuschwanstein * Ludwig II. teilt Richard Wagner in einem Brief seinen Entschluss mit, dass er die alte Burgruine Hinterhohenschwangau bei der Pöllatschlucht neu aufbauen lassen will. 

Es ist das spätere „Schloss Neuschwanstein“.

Juni 1868

München * Franz Lenbach kehrt wieder nach München zurück.

Später schreibt er: „Ich machte von da an die Bildnismalerei zu meinem eigentlichen Berufe“.

21. Juni 1868

Graggenau * Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ werden im „Hof- und Nationaltheater“ für München uraufgeführt.

Juli 1868

Schloss Neuschwanstein * Für das „Neue Schloss Hohenschwangau“ an der Stelle der „Burgruine Hinterhohenschwangau“, dem späteren „Schloss Neuschwanstein“, beginnen mit Sprengungen und Erdarbeiten die Vorbereitungen für den Bauplatz.

September 1868

Theresienwiese * Auf der Wiesn wird ein Tanzverbot eingeführt.

Um Oktober 1868

Graggenau * König Ludwig II. gibt einen „Maurischen Kiosk“ für seinen „Wintergarten“ in der Residenz in Auftrag.  

Er soll ähnlich dem sein, den Karl von Diebitsch für die „Pariser Weltausstellung 1867“ geliefert hatte. 

19. Dezember 1868

Maxvorstadt * Die „Polytechnische Schule“ an der Arcisstraße wird eingeweiht. 


Verwendet in Führung:

18. Krippen, Porzellan & Falkenjagd * Auer Impressionen im Nationalmuseum



Alter Nördlicher Friedhof, Arcisstraße