1925

Die theoretische Ausbildung des „Kindergarten-Seminars“ in Bogenhausen

München-Lehel - München-Bogenhausen * Die theoretische Ausbildung des „Kindergarten-Seminars“ wird vom „Anna-Lyzeum“ im Lehel an den Bogenhausener Kirchplatz verlegt.


1925

Suchbegriffe

Kindergarten-Seminar, Anna-Lyzeum, Kirchplatz,

Weitere Ereignisse im Jahr 1925

Um 1925

München * Der Pro-Kopf-Bier-Verbrauch hat sich in München bei etwa 200 Liter eingependelt.

Das entspricht in etwa dem Doppelten des heutigen Verbrauchs, wobei man Touristen und Gäste der Stadt berücksichtigen muss.

Ab dem Jahr 1925

Berlin * Allein zwischen den Jahren 1925 und 1930 erhöht sich die Zahl der vermittelten Gespräche pro Telefonistin um rund 25 Prozent.  

Das geschieht einerseits durch verbesserte Geräte und andererseits durch eine effektivere Bedienung der Arbeitsmittel.  
Sprechausbildung und Vorschriften über militärisch knappe Redewendungen wie „Hier Amt, was beliebt?“ oder noch kürzer „Bitte melden“ tun ein Übriges.

Die Beamtinnen dürfen sich nicht ohne Erlaubnis der Aufsichten von ihrem Arbeitsplatz entfernen.  
Jeder Fehler wird in das „Strafregister“ der „Personalakte“ aufgenommen.   

Das Aufsichtspersonal steht hinter den Frauen.  
Zuerst sind es ausschließlich Männer, später auch ältere befähigte Gehilfinnen.

Vom Aufsichtstisch aus kann die Platzkraft ständig kontrolliert und mit einer Mithöreinrichtung überprüft werden, wie schnell die Teilnehmer bedient und ob die Formen der streng reglementierten Gespräche eingehalten werden.  
Ein Zählschrank registriert jede ausgeführte Verbindung und gestattet so die regelmäßige Überprüfung der Arbeitsintensität jeder einzelnen Kraft. 

1925

München * Unter der Registiernummer 340054 meldet die „Spatenbrauerei“ den Slogan „Lass Dir raten, trinke Spaten“ als Motto an.

Ab 1925

München-Haidhausen * Auf dem alten „Gronimus-Anwesen“ an der Kirchen-/Ecke Seeriederstraße entsteht der „Straßenbahn-Betriebshof 2“.

1925

München-Bogenhausen * Die Kuppel der „Sankt-Georgs-Kirche“ in Bogenhausen wird mit Kupferblech überzogen.

Um 1925

München-Bogenhausen * Gegen Planungen, die Bogenhausener „Georgskirche“ umzubauen und dazu das Gotteshaus teilweise abzureißen, formiert sich massiver Protest, der auch von Liesl Karlstadt unterstützt wird.

1925

München * „Erzbischof“ Michael von Faulhaber veröffentlicht ein Buch mit dem Titel: „Deutsches Ehrgefühl und katholisches Gewissen“.  

Zunächst stellt der „Erzbischof“ fest, dass „darüber zu urteilen, was katholisch ist oder was an das Wesen des Katholizismus greift, [...] Sache des kirchlichen Lehramtes“ ist.
Im nächsten Satz gibt er sich als „Träger“ dieses „Lehramtes“ aus.
Und dann beginnt er zu politisieren. 

Benito Mussolini, der im Oktober 1922 mit seinem „Marsch auf Rom“ die Macht in Italien an sich gerissen hatte und die Verfassung nach seinen Vorstellungen abänderte, wurde vom „Kardinal“ hoch gelobt, da „das Oberhaupt des italienischen Faschismus [...] die Geister des Kulturkampfes [...] bis heute mit fester Hand [...] im Zaun gehalten“ habe. 

Gleich darauf lässt Faulhaber seine Bewunderung für den „deutschen Faschistenführer“ folgen, wenn er schreibt:  
„Adolf Hitler wußte besser als die Diadochen seiner Bewegung, daß die deutsche Geschichte nicht erst 1870 und nicht erst 1517 begann, daß für die Wiederaufrichtung des deutschen Volkes die Kraftquellen der christlichen Kultur unentbehrlich sind, daß mit Wotanskult und Romhaß das Werk der Wiederaufrichtung nicht geleistet werden kann. 

Als Mann des Volkes kannte er auch die Seele des süddeutschen Volkes besser als andere und wußte, daß mit seiner Bewegung, die in ihrer Kehrseite Kampf gegen Rom ist, die Seele des Volkes nicht erobert wird“.

Das Buch erscheint wohlgemerkt in dem Jahr,

  • in dem die „NSDAP“ neu gegründet worden ist,
  • in dem Adolf Hitler für mehrere Jahre ein „Auftrittsverbot“ erhalten hat,
  • in dem der erste Band von Hitlers „Mein Kampf“ erscheint und
  • in dem die berüchtigte „Schutzstaffel - SS“ gegründet wird. 
Seit dem Jahr 1925

München * Karl Valentin beginnt - ohne Rücksicht auf finanzielle Belastungen - alte Fotgrafien von München zu sammeln.

Sigi Sommer überlieferte Valentins Ausspruch: „A oids Buidl vo München is mehra wert ois a Brilliant“.

1925

München * Die Werke Richard Wagners sind derart populär, dass eine „Simlicissimus-Karikatur“ einen Biergartenbesucher philosophieren lässt: „Wagner kann man bloß in München hören - in Bayreuth gibt's nur in den Pausen Bier“.

1925

München-Giesing - München-Haidhausen * Die evangelischen Giesinger trennen sich von „St.-Johannes“ in Haidhausen und gründen die selbstständige „Martin-Luther-Gemeinde“.

1. Januar 1925

München-Graggenau * Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Der Bittsteller“ in der „Bonbonniére“ in der Neuturmstraße 5. 

Das Stück wird 139 Mal aufgeführt.

16. Februar 1925

München * Der „Ausnahmezustand“ und das „Verbot der NSDAP“ werden in Bayern aufgehoben.  

Damit ist der Weg für eine Parteineugründung frei.
Das auch, nachdem Hitler dem bayerischen „Ministerpräsidenten“ Heinrich Held [BVP] die Erklärung gegeben hatte, nur mehr im Rahmen der Verfassung agieren zu wollen. 

25. Februar 1925

Berchtesgaden * Ferdinand Schmid, der spätere „Direktor der Augustiner-Bräu Wagner K.G.“ und „Vorstand der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung“ wird in Berchtesgaden geboren. 

27. Februar 1925

München-Haidhausen * Adolf Hitler gründet nach seiner Haftentlassung im „Bürgerbräukeller“ die NSDAP neu.  

In seiner Rede über „Deutschlands Zukunft und unsere Bewegung“, in der er den „Bürgerkrieg“ ankündigt und bemerkt, es gehe dabei entweder der Feind über seine Leiche oder er über die Leiche des Feindes.  
Das führte zu Hitlers „Redeverbot in öffentlichen Versammlungen“.  

Bis zum 5. März 1927 kann die NSDAP nur mehr geschlossene Veranstaltungen durchführen.

März 1925

München-Kreuzviertel * Unversöhnlich zeigt sich „Erzbischof“ Michael von Faulhaber gegenüber dem am 28. Februar 1925 verstorbenen, der „SPD“ angehörenden „Reichspräsidenten“ Friedrich Ebert. 

Der „Kardinal“ verweigert ihm ein „Trauergeläut“ in seiner „Diözese“, weil der Verstorbene ja auf dem Boden einer Verfassung stand, die „auf eine Trennung von Staat und Kirche abzielte“

Außerdem war Friedrich Ebert als „Mitglied und Führer einer politisch grundsätzlich religions- und kirchenfeindlichen Partei, nicht durch die Wahl des deutschen Volkes ‚Reichspräsident‘ geworden“

10. März 1925

Gronsdorf * Der „TSV München-Ost“ verkauft den „Waldspielplatz“ in Gronsdorf, um noch am selben Tag den Kauf eines neuen Grundstücks an der St.-Martin-Straße in Obergiesing perfekt zu machen.

Um den Bau eines Vereinsheimes, einer Turnhalle und eines Sportplatzes finanzieren zu können, wird der Verkaufserlös des alten „Waldsportplatzes“ verwendet und der Beitrag auf eine Mark verdoppelt.

Die Vereinsleitung und die Mitgliedschaft verspricht sich von dem Neubau-Projekt wesentlich bessere Trainingsbedingungen als in den Nebensälen der Großgaststätten und den Schulturnsälen. 
Und damit verbunden eine stärkere Unabhängigkeit von geschäftstüchtigen Wirten und mit Vorurteilen behafteten Schulrektoren. 

4. April 1925

München-Graggenau * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Die beiden Elektrotechniker“, später „Der reparierte Scheinwerfer“ im  „Cherubin-Theater“ in der Maximilianstraße, Eingang Marstallstraße 7. 

Das Stück wird 296 Mal aufgeführt.

7. Mai 1925

München-Isarvorstadt * Das „Deutsche Museum“ auf der „Kohleninsel“ wird eröffnet.

6. Juli 1925

Highland Park * Bill Haley kommt in Highland Park, Michigan, zur Welt. 

14. Juli 1925

München - Berlin * Der päpstliche „Nuntius“ Eugenio Pacelli gibt nach dem erfolgreichen Abschluss des „Bayerischen Konkordats“ sein Amt in München auf, um sich auf seine Aufgaben in Berlin zu konzentrieren. 

Um August 1925

München * Die farbentragende katholische bayerische „Studentenverbindung Rhaetia“ nimmt im Rahmen einer „Festkneipe“ den eben aus der Haft entlassenen Mörder Anton Graf von Arco auf Valley in ihren Reihen auf.

Arco war durch seinen „Mord am bayerischen Ministerpräsidenten“ zum „Helden der nationalen Rechten“ aufgestiegen.
Dass er dabei von den Leibwächtern schwer verletzt wurde, machte auch noch einen „Märtyrer“ aus ihm.

15. August 1925

München * Pater Rupert Mayer führt die „Bahnhofsgottesdienste“ in München ein.

18. August 1925

München * Der päpstliche „Nuntius“ Eugenio Pacelli beendet seine Tätigkeit in München.  

Seine Aufgabe übernimmt Alberto Vassallo di Torregrossa. 

22. August 1925

München-Maxvorstadt * Der päpstliche „Nuntius“ Alberto Vassallo di Torregrossa nimmt seine Tätigkeit in München auf.

September 1925

München-Theresienwiese * Das „Zentral-Landwirtschaftsfest“ findet erstmals nach dem Ersten Weltkrieg statt.

3. September 1925

Gern - Trudering * Der „28. Stadtbezirk“ [= Gern] nimmt die Anregung der „Deutschen Kolonialgesellschaft“ für folgende Straßenbenennungen zum Anlass: „Togostraße“, „Kamerunplatz“, „Dar-es-Salaam-Straße“, Tsingtaustraße“, „Sansibarplatz“ und „Samoaplatz“

Die Straßennamen werden jedoch erst am 22. Juni 1933 in Trudering vergeben. 

Oktober 1925

München-Bogenhausen * Die „Münchner Edelmesse AG“ in Bogenhausen ist bankrott und wird aus dem Handelsregister gelöscht.


Verwendet in Führung:

08. Bogenhausen



Kindergarten-Seminar, Anna-Lyzeum, Kirchplatz