14. Dezember 1812

Aus dem „Lehel“ wird die „Sankt-Anna-Vorstadt“

München-Lehel * Das „Lehel“, das bis dahin als „Äußeres Graggenauer Viertel“ geführt wird, erhält die neue Bezeichnung „Sankt-Anna-Vorstadt“


1812

Suchbegriffe

Lehel, Sankt-Anna-Vorstadt, Äußeres-Graggenauer-Viertel,

Weitere Ereignisse im Jahr 1812

1812

München * Der „Faber-Bräu“ wird mit der „Eberlbrauerei“ vereinigt.

1812

Bogenhausen * Kaspar Selmayr übernimmt den „Hanslmarterhof“ in Bogenhausen.

Um das Jahr 1812

München-Kreuzviertel * Für die Innendekoration des „Montgelas-Palais“ kann Graf von Montgelas den jungen, in Rennes in Frankreich geborenen und seit dem Jahr 1811 in München als „Inspektor der königlichen Baukommission“ tätigen Jean Baptiste Métivier gewinnen. 

1812

Vorstadt Au - Untergiesing * Nach der Trennung der „Lohe“ und der „Falkenau“ von der „Vorstadt Au“ bleibt die „Irrenanstalt“ zunächst innerhalb der Auer Gemarkung.

Dagegen protestiert die Anstaltsverwaltung und erreicht die Zuordnung zur Gemeinde Giesing.

Da jedoch das königliche Landgericht München, „das wegen der verhaßten und gegen dessen Willen erwirkte allerhöchst genehmigten Trennung der Loh und Falkenau immer feindselig für die Gemeinde Giesing gestimmt war“, darüber keinerlei Aufzeichnungen führt, kommen die Auer - clevere Vorstädter mit viel Phantasie im Geldeintreiben - dreißig Jahre später auf die Idee, von den Giesingern die Rückvergütung von 1.515 Gulden für den „Malzaufschlag“ zu verlangen, die die Gemeinde Giesing - nach Auffassung der Auer - seit über zehn Jahren zu Unrecht erhalten hat.

Diese „Biersteuer“ muss - für das in der Anstalt ausgeschenkte Bier - an die zugehörige Gemeinde bezahlt werden.

Die Giesinger wehren sich dagegen.

1812

München-Maxvorstadt * In den Jahren 1812/13 wird an der Nordseite des „Alten Botanischen Gartens“ ein Gewächshaus errichtet. 

Die Eisen-Glas-Kostruktion ist etwa 135 Meter lang, besitzt sechs Kabinette, von denen die Hälfte als warme Abteilung, die andere als kalte Abteilung genutzt wird.  Das Gewächshaus ist eingespannt zwischen zwei steinernen Eckbauten mit dorischem Fries und Giebel. 

Der östliche Eckpavillon wird als „Direktorenwohnhaus“, der Westliche als Gärtnergebäude genutzt. 

1812

München-Maxvorstadt * König Max I. Joseph überlässt seinem Sohn Ludwig I. offiziell die Planungen für den „Königsplatz“.

Dieser macht ihn zu seinem persönlichen „Kampfplatz gegen die französische Vorherrschaft in Europa“.

1812

Bogenhausen * Die zweite, die sogenannte „Wiebekingsche Brücke“ bei Bogenhausen entsteht.

Sie hält bis zum Hochwasser von 1826.

1812

Bogenhausen * Die alte Isarbrücke bei Bogenhausen muss wegen Baufälligkeit abgerissen werden.

4. Januar 1812

München * König Max I. Joseph genehmigt, „daß den hiesigen Bierbrauern gestattet sein soll,

  • auf ihren eigenen Märzenkellern in den Monaten Juni, Juli, August und September ihr selbstgebrautes Märzenbier in Minuto zu verschleißen und
  • ihre Gäste daselbst mit Bier und Brot zu bedienen.
  • Das Abreichen von Speisen und anderen Getränken bleibt ihnen aber ausdrücklich verboten“

Die Verordnung wird als die „Geburtsurkunde des Münchner Biergartenlebens“ bezeichnet.

6. Februar 1812

Haidhausen * Graf Anton Clemens von Toerring-Seefeld, der Haidhauser „Hofmarksherr“, stirbt im Alter von 91 Jahren.

Um April 1812

München-Lehel * Eine Abteilung des „Dragoner-Regiments“ bleibt bis zum Frühjahr 1812 in der „Lehel-Kaserne“ stationiert. 

2. April 1812

Untergiesing * Im Zuge ihrer Proteste erreichen die Bewohner der „Lohe“ und der „Oberen Falkenau“ - gegen den erklärten Willen des „Landgerichts München“ - die formelle und zwei Jahre später, 1814, die politische Vereinigung mit „Obergiesing“, zu der sie kirchlich bereits seit 1809 gehören.

Das alte „Untergiesing“ - oder besser „Nieder-Giesing“ - auf dem heutigen „Nockherberg“ und an der „Ruhestraße“ wird in die Au eingemeindet.

Bis dahin ist „Niedergiesing“ ein selbstständiger Weiler mit drei großen Bauernhöfen und Herbergen in der „Falkenau“ und an der Nockherstraße, die in früher Zeit „Bei den Jägerhäusln“ genannt wurden.

24. Juni 1812

Russland * Mit der Überschreitung der Memel durch die französische Armee beginnt - ohne Kriegserklärung - den „Russlandfeldzug“.

Unter den 450.000 Soldaten der „Großen Armee“ befinden sich 30.249 baierische Soldaten, die von den „Generälen“ Carl Philipp Joseph von Wrede und Bernhard Erasmus von Deroy kommandiert werden. 

30. Juni 1812

Haidhausen * Pfarrer Johann Caspar Hallmayr kauft das „Lustgebäud“ und einen Gartenanteil des Haidhauser „Hofmarkschlosses“ zur Linderung der Schulraumnot. 

Der auch für Haidhausen zuständige Bogenhausener Pfarrer übt gleichzeitig das Amt des „Lokalschulinspektors“ aus. 

18. August 1812

Haidhausen * Johann Peter von Langer kauft vom Grafen Anton Clemens von Toerring-Seefeld - um 4.400 Gulden - ein Grundstück. 

Er lässt das an der Wiener Straße gelegene „Salettl“ des ehemaligen Haidhauser „Hofmarksitzes“ für seine Familiezu einer repräsentativen „Künstlerresidenz“ umbauen. 

Die Planungen erstellt der „Professor für Architektur an der Münchner Kunstakademie“, Carl von Fischer. 

Die Haidhauser bezeichnen das Anwesen als „Langerschlößl“.

23. August 1812

Polck * Bernard Erasmus von Deroy stirbt bei Polck in Russland. 

Oktober 1812

München-Theresienwiese * Das Volksfest auf der „Theresienwiese“ wird als „Central-Landwirthschafts- oder Oktoberfest“ bezeichnet.

Für die landwirtschaftlich ausgerichteten Programmpunkte des „Oktober-Festes“ wird erstmals der Begriff „Central-Landwirthschaftsfest“ gebraucht.

Es gibt ein „Pferderennen“ und einen „Nutzviehmarkt“.  
Die preisgekrönten Tiere werden auf der Wiese vor dem „Königszelt“ im Beisein von König Max I. Joseph prämiert und ausgezeichnet. 

November 1812

Untergiesing * Die männlichen Bewohner der „Lohe“ und der „Oberen Falkenau“ werden aus der „Nationalgarde“ entlassen, da die männlichen Bewohner der Städte den Militärdienst ableisten mussten.

13. Dezember 1812

München * Von den 30.249 baierischen Soldaten sind nur noch 68 kampffähige Soldaten übrig geblieben.

Lediglich 2.997 Soldaten werden unversehrt in ihre Heimatdörfer zurückkehren können. 


Verwendet in Führung:

15. Lehel



Lehel, Sankt-Anna-Vorstadt, Äußeres-Graggenauer-Viertel