20. Mai 1820

Den baierischen Standpunkt durchgesetzt

Wien * In den „Wiener Ministerkonferenzen“, die zwischen dem 25. November 1819 und dem 20. Mai 1820 stattfinden, gelingt es, den baierischen Standpunkt durchzusetzen. 


1820

Suchbegriffe

Verfassung, Wiener Ministerkonferenz,

Personen

Ludwig I. König Metternich Clemens Menzel Fürst von Staatskanzler

Weitere Ereignisse im Jahr 1820

1820

Bogenhausen * Im „Betz‘schen Wirtshaus“ in Bogenhausen wird als besondere Attraktion in einem Holzpavillon ein Karussell aufgestellt.

Die Figuren und Wagen kommen 1920 ins „Münchner Stadtmuseum“. Sie gelten als die weltweit ältesten erhaltenen Teile eines volkstümlichen Karussells.

1820

Haidhausen * Andreas Obermayr, der „Benefiziat der Nicolai-Kirche“ am Gasteig, lässt - ohne Erlaubnis - die „Schauermayr‘sche Kapelle“ abreißen und neu und größer wieder aufbauen.

Um 1820

München-Maxvorstadt * Josef Schweiger öffnet seine „Vorstadtbühne“ den Wiener Autoren. 

Um das Jahr 1820

München-Englischer Garten * Friedrich Ludwig von Sckell schreibt über den „Englischen Garten“:  

„Hier will das Volk gesehen, gefallen und bewundert werden, alle Stände müssen sich also da versammeln und in langen bunten Reihen bewegen und die frohe Jugend unter ihnen hüpfen können“

1820

München * Da trotz der tolerierten „Freudenhäuser“ die „Straßenhurerei“ nicht abnimmt, hebt die Regierung die Münchner „Bordelle“ wieder auf.

25. Januar 1820

Haidhausen * König Max I. Joseph verfügt die Erhebung des 3.100 Einwohner zählenden „Benefiziums Haidhausen“ zur selbstständigen „Pfarrei Haidhausen“.

11. Februar 1820

München * Der Architekt des „Kgl. Hof- und Nationaltheaters“, Carl von Fischer, stirbt im Alter von 37 Jahren. 

Kurz vor seinem Tod wird der Architekt - mit Duldung des Kronprinzen Ludwig I. - von Leo von Klenze verdrängt. 

20. März 1820

Haidhausen * Haidhausen ist eine „selbstständige Pfarrei“.

26. März 1820

München-Graggenau * Der „Magistrat der Haupt- und Residenzstadt München“ beschließt, König Max I. Joseph ein Denkmal zu setzen. 

Anlass ist der bevorstehende zweite Jahrestag der „Bayerischen Verfassung“.
Der König soll als „Vater des Vaterlandes“ und als „Friedensfürst“ dargestellt werden.

Zur Aufbringung der Kosten richtet man eine „Subskription“ ein, eine für die damalige Zeit durchaus übliche Vorgehensweise.
An vielen Orten in Deutschland und ganz Europa konstituieren sich im 19. Jahrhundert solche Kommissionen, deren Bestreben es ist, für eine zu ehrende Person - häufig sind es allerdings bürgerliche Größen der Geistes- und Kulturgeschichte - ein Denkmal zu errichten.
Sie fungieren als unermüdliche Geldbeschaffer, Ausarbeiter eines „Programms“ und Auftraggeber für einen Künstler.

30. Mai 1820

München-Graggenau * Die künstlerische Konzeption des „Max-Joseph-Denkmals“ liegt von Anfang an bei Kronprinz Ludwig I. und Leo von Klenze, der ein „Brunnenmonument auf dem Max-Joseph-Platz“ vorschlägt.

Das steht wiederum in einem engen Zusammenhang mit einem groß angelegten „Wasserleitungs- und Brunnenprogramm“, das für die Stadt eingerichtet werden soll und ihr Vorbild in dem napoleonischen „Brunnenprogramm“ für Paris hat.

31. Mai 1820

München-Graggenau * Drei Hausbesitzer beschweren sich bei der „Kgl. Polizeidirektion München“ über das „Exerzieren der Artillerie“ auf dem „Max-Joseph-Platz“, da wegen des „quälenden Geschreies der Soldaten“ schon einige gute Mieter gekündigt haben.

8. Juni 1820

München - Wien * Die „Wiener Schlussakte“ tritt in Kraft.  
Damit ist die bereits erlassene „Baierische Verfassung“ gesichert.  

Mit dieser Verfassung steht Baiern an der Spitze des deutschen „Konstitutionalismus“.  
Immerhin können sich Österreich und Preußen erst unter dem Eindruck der „Revolution“ von 1848/49 zu „Verfassungen“ durchringen.  

Bis dahin werden die „Konstitutionellen Monarchien“ argwöhnisch als „revolutionäre Gebilde“ betrachtet. 

16. Juni 1820

München * Kronprinz Ludwig I. schreibt an den Architekten Leo von Klenze: 

„Wie viele Erzarbeiten habe ich nicht vor!“
Und weiter: das geplante Denkmal für seinen Vater „möge das beste seyn, u. das wirksamste Mittel die Errichtung der Erzgießerei zu befördern“.

17. Juni 1820

Lucca * Ernestine Gräfin von Montgelas stirbt im Alter von 41 Jahren in Lucca. 

Ihr Mann Maximilian Joseph überlebt sie um 18 Jahre. 

1. Oktober 1820

München-Theresienwiese * Zum zehnjährigen Hochzeitsjubiläum und damit zehnjährigen Bestehen des „Oktoberfestes“, lässt man sich eine besondere Attraktion einfallen: eine Ballonfahrt.

Die in einem altbaierischen Dirndl gekleidete und aus Dresden stammende Wilhelmine Reichard steigt mit ihrem aus gezwirnter Leinwand bestehenden Ballon in den Himmel.
In der Nähe von Zornedig landet sie wohlbehalten.

8. Oktober 1820

München-Theresienwiese * Ein Augsburger „Pyrotechniker“ brennt auf dem „Oktoberfest“ das erste „Feuerwerk“ ab.

7. Dezember 1820

Haidhausen * Die „Altöttinger-Kapelle“ am Gasteig wird eingeweiht.

31. Dezember 1820

München * Die evangelische Gemeinde in München umfasst 3.000 Mitglieder. 

31. Dezember 1820

Königreich Baiern * In Bayern leben 3.700.000 Menschen, wovon 3 Millionen oder 81 Prozent auf die landwirtschaftliche Bevölkerung entfallen, die auf 680.000 land- und forstwirtschaftlichen Betriebe aufgeteilt sind.


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Verfassung, Wiener Ministerkonferenz
Ludwig I. König, Metternich Clemens Menzel Fürst von Staatskanzler