Am 22. Februar geschah

  • 22.2.1628 (vor 392 Jahren)

    München - Wien * Kurfürst Maximilan I. ist durch die Aufstände die Freude an seinem oberösterreichischen Pfandbesitz abhanden gekommen. 

    In einem in München geschlossenen Vertrag wird das Land gegen den Besitz der Oberpfalz und Gebieten der Rheinpfalz an Kaiser Ferdinand II. zurückgegeben.

  • 22.2.1628 (vor 392 Jahren)

    München * Der zweite Münchner Vertrag zwischen Kaiser Ferdinand II. und Kurfürst Maximilian wird unterzeichnet. Er beinhaltet, dass

    • die am 25. Februar 1623 nur „auf Lebenszeit“ verliehene Kurwürde auch auf Maximilians Erben übertragen wird, 
    • die Oberpfalz und die rechts des Rheins liegenden Gebiete der unteren Pfalz um 13 Millionen verkauft werden,
    • Baiern Oberösterreich wieder an den Kaiser zurückgibt. 
  • 22.2.1691 (vor 329 Jahren)

    München-Graggenau * Kurfürst Max Emanuel schenkt den „Englischen Fräulein“ das von ihnen seit dem Jahr 1628 bewohnte Haus in der Weinstraße. 

  • 22.2.1802 (vor 218 Jahren)

    München-Kreuzviertel * Der Aufhebungskommissär Bernmiller begibt sich zur Bestandsaufnahme ins Karmelitinnenkloster.

    Im Konvent leben zwanzig „Schwestern vom regulierten Dritten Orden der Unbeschuhten Karmelitinnen“ und zwei Novizinnen

  • 22.2.1808 (vor 212 Jahren)

    Königreich Baiern * Die Armenpflege wird zur Staatsaufgabe, zur „Staatsanstalt der Wohltätigkeit“. Man unterscheidet in „volle Armut“ und „partielle Armut“, womit zugleich der Umfang der Unterstützung festgelegt wird.

    Verwaltet wird das Armenwesen von der unteren Polizeibehörde.
    Finanziert wird das Armenwesen im Bedarfsfall durch eine Armensteuer, die im Kommunalbezirk erhoben wird. Die Gemeindeangehörigen müssen die notwendigen Mittel aufbringen, haben aber bei der Verwendung der Gelder kein Mitspracherecht und damit keine Mitwirkungsrechte. 

  • 22.2.1875 (vor 145 Jahren)

    München-Angerviertel * Im Gasthaus „Zum Ewigen Licht“ am Marienplatz wird die „Weißwurst“ erfunden - erzählt man! 

  • 22.2.1915 (vor 105 Jahren)

    Atlantik * Die deutsche Reichsregierung befiehlt den uneingeschränkten U-Boot-Krieges gegen Handelsschiffe Krieg führender und neutraler Staaten, die sich in diesem Bereich aufhalten. 

  • 22.2.1918 (vor 102 Jahren)

    München * Das bayerische Kriegsministerium unterscheidet in seiner Analyse die Streikleitungen in

    1. „Führer, die den unabhängigen Sozialdemokraten angehörend, in unmittelbarer Verbindung mit Norddeutschland, vielleicht auch mit dem Ausland stehen und revolutionäre Umtriebe ins Land hereinbringen“.
    2. „Den einheimischen Führern der gemäßigten Sozialdemokratie. […] Sie haben die Bewegung bisher vielfach in besonnene Bahnen gelenkt, vertreten aber natürlich aus parteitaktischen Gründen den Demonstrationsstreik als ein zuverlässiges politisches Mittel“.  
    3. „Der Masse der beteiligten Arbeiterschaft, die unter den gegenwärtigen Zeitverhältnissen jeder verhetzenden Einwirkung besonders zugänglich ist“.

    Und weiter schlägt das Kriegsministerium vor: 
    „Führer der unter 1) bezeichneten Art sind, wenn irgend möglich, aus ihrer Umgebung zu entfernen und zwar solche, die sich eines Vergehens oder Verbrechens schuldig oder dringend verdächtig gemacht haben durch polizeiliche vorläufige Festnahme und Erwirkung eines richterlichen Haftbefehls – Wehrpflichtige durch Einberufung, Versetzung, Abstellung ins Feld -, Nichtbayern durch Aufenthaltsverbot auf Grund Art. 42 des Kriegszustandsgesetzes“

  • 22.2.1918 (vor 102 Jahren)

    München * Die bayerischen Behörden würdigen ausdrücklich das Verhalten der Mehrheitssozialdemokratie, die den Streik „aufgenommen und in ruhige Bahnen gelenkt“ hat. 

  • 22.2.1919 (vor 101 Jahren)

    München-Kreuzviertel * Um weiteren konterrevolutionären Attentaten vorzubeugen beschließt der Zentralrat Geiseln in Schutzhaft zu nehmen. Diese werden weitgehend zufällig aus Kreisen des Bürgertums und der Offiziere auswählt und in das Hotel Bayerischer Hof gebracht. 

  • 22.2.1919 (vor 101 Jahren)

    München-Kreuzviertel * Der Zentralrat wird durch die Aufnahme des Mehrheitssozialisten Karl Schmidt und des Gewerkschaftssekretärs Albert Schmid erweitert.

  • 22.2.1919 (vor 101 Jahren)

    München * Der Zentralrat verbietet die gesamte Presse mit Ausnahme des USPD-Organs Neue Zeitung.

    Am 22. Februar erscheint neben der Neuen Zeitung, dem Bauernbund-Blatt Neue freie Volks-Zeitung nur das Nachrichtenblatt des Zentralrats. Es wird in den vom Militär besetzten Räumen der Münchner Neuesten Nachrichten gefertigt und den Abonnenten der Münchner Neuesten Nachrichten, der Münchener Zeitung, der München-Augsburger Abendzeitung und des Bayerischen Kuriers zugestellt.

    Die Redakteure, Setzer und Drucker der Münchener Post lehnen es ab, die Zeitung unter Vorzensur erscheinen zu lassen.

    Das Nachrichtenblatt des Zentralrats wird die erste und einzige Ausgabe bleiben. 

  • 22.2.1919 (vor 101 Jahren)

    München-Isarvorstadt * Bewaffnete Kommunisten besetzen am Vormittag die Hauptstelle der Katholisch-sozialen Vereine und die dazugehörige Druckerei im Leo-Haus an der Pestalozzistraße. 

  • 22.2.1919 (vor 101 Jahren)

    München-Kreuzviertel * Die bisherigen Minister Dr. Edgar Jaffé, Hans Unterleitner und Heinrich Ritter von Frauendorfer richten an den Zentralrat des Volksstaates Bayern das nachstehende Schreiben:  

    „Die Unterzeichneten haben im Interesse des Landes seit dem 21. Februar 1919 die laufenden Geschäfte ihres Ressorts weitergeführt und sind auch bereit, dies fürderhin zu tun, bis eine neue Regierung gebildet ist.  
    Sie erklären ausdrücklich, dass sie lediglich verantwortlich sind für die von Ihnen innerhalb ihres Verwaltungsbereiches getroffenen Maßnahmen.  
    Sie stellen fest, dass sie die allgemeine Führung der Regierungsgeschäfte und für die Maßnahmen des Zentralrats keinerlei Mitverantwortlichkeit tragen, insbesondere auch nicht die Festnahme und Einbehaltung von Geiseln, sowie für die gegenüber der Presse getroffenen Maßnahmen“

  • 22.2.1919 (vor 101 Jahren)

    München * Ernst Niekisch strebt die Wiederannäherung von USPD und SPD an, weshalb drei Mitglieder des Zentralrats - Niekisch, Sauber und Gandorfer - versuchen, durch Gespräche mit Delegierten der Münchner Ortsgruppen von SPD, USPD und Freien Gewerkschaften die Spaltung der Linken zu überwinden und eine sozialistische Einheitsfront zu begründen.

    Die sechs Verhandlungsführer bezeichnen sich als „Kommission zur Wiederherstellung der Einheit der sozialdemokratischen Parteien“. Sie erarbeiteten eine Vereinbarung als Grundlage für Verhandlungen unter den von ihnen vertretenen Interessengruppen.

    • In der Präambel wird jeder politische Mord verurteilt, „gleich, von welcher Seite er verübt wird“,
    • und ein Programm sozialistischer Einheit aufgestellt, das die Sicherung der Erfolge der Revolution gewährleisten und einen Bruder- und Bürgerkrieg vermeiden soll.

    Artikel 1 sieht vor, dass die Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte in der Bayerischen Verfassung anerkannt und verankert werden. Rätemitglieder sollen in Ausübung ihres Amtes Immunität genießen. Außerdem sollen sie den Ministerien beratend zur Seite stehen.

    Nach Artikel 2 sollen die im Amt verbliebenen Minister ihre Stellung behalten und mit anderen Parteigenossen ein sozialistisches Ministerium bilden, dem ein Mitglied es Bayerischen Bauernbundes als Landwirtschaftsminister beitreten soll.

    Artikel 3 lautet: „Der am 12. Januar rechtmäßig gewählte Landtag wird, sowie es die Verhältnisse gestatten, wieder einberufen werden“.

    Gemäß Artikel 4 soll das stehende Heer sofort aufgelöst und durch eine republikanische Schutzwehr, die aus Mitgliedern der Freien Gewerkschaften, des Bauernbundes und der organisierten Landarbeiterschaft besteht, ersetzt werden.

    Nach Artikel 5 wird die Freiheit der Presse grundsätzlich wiederhergestellt, doch werden gleichzeitig - „bis zur Rückkehr geordneter Verhältnisse“ - erhebliche Einschränkungen der Pressefreiheit gefordert.

    Wie vorauszusehen war, geben die SPD-Führung und die Freien Gewerkschaften der Vereinbarung unverzüglich ihre Zustimmung.

    Anders die Münchner Räte. Sie zeigten sich über die hinter ihrem Rücken stattfindenden Gespräche empört. Eine zur Beratung des Programms einberufene Versammlung löste sich wegen des dritten Artikels in einem Tumult auf. Die Münchner Räte drohen unverhohlen, dass sie einem Zentralrat, der bereit ist, den Landtag anzuerkennen, die Bestätigung verweigern will.

    Damit besteht die geforderte und so hoch gelobte Einheitsfront nur noch auf dem Papier. Ernst Niekisch ist jetzt zwar quasi Regierungschef in Bayern. Doch den im Umbruch befindlichen Staat zu lenken, ist alles andere als einfach. Als zentrale Frage bleibt: Welches Regierungssystem - Parlamentarismus oder Räterepublik - soll künftig in Bayern herrschen? 

  • 22.2.1919 (vor 101 Jahren)

    München * Arnold Wadler bringt im Namen des Revolutionären Arbeiterrats auf einer Versammlung von Münchner Räten, den Antrag zur „sofortigen Ausrufung der sozialistischen Räterepublik“. Der Antrag wird - nach einer kontroversen Debatte - einstimmig angenommen. 

  • 22.2.1919 (vor 101 Jahren)

    Krumbach - München * Weil der Verkehr nach München gesperrt ist, kann Gustav Landauer erst am 22. Februar wieder nach München zurückreisen. 

  • 22.2.1943 (vor 77 Jahren)

    München - München-Obergiesing * Nach dem dreitägigen Verhör bei der „Gestapo“ folgt der Prozess gegen die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ vor dem „Volksgerichtshof“ unter dem Vorsitz des eigens aus Berlin angereisten Dr. Roland Freisler.

    Hans und Sophie Scholl werden gemeinsam mit Christoph Probst zum Tod verurteilt.

    Das Urteil wird noch am selben Tag im „Strafgefängnis München-Stadelheim“ durch den  „Scharfrichter“ Johann Reichhart vollstreckt.

  • 22.2.1965 (vor 55 Jahren)

    Großbritannien * Die Dreharbeiten zu dem Beatles-Film „Help!“ beginnen. 

    Sie dauern bis Mai 1965 an. 

  • 22.2.1968 (vor 52 Jahren)

    München-Oberwiesenfeld * Der Münchner „Fernsehturm“ ist fertig gestellt und geht in Betrieb.  

    Der „Aussichtskorb“ ist zwischen 174,15 Meter und 192,6 Meter angebracht.  

    Auf dieser Höhe befindet sich auch das „Rock Museum Munich“

  • 22.2.1989 (vor 31 Jahren)

    München-Graggenau * Bei der „Stadtrats-Sitzung“ stehen zwei Vorschläge für die „richtige Inschrift“ am „Bodendenkmal“ für Kurt Eisner zur Auswahl.

    Während die Vertreter der verschiedenen Parteien rasch überein kommmen, das ursprünglich vorgesehene „erschossen“ durch „ermordet“ zu ersetzen, entwickelt sich um die Verwendung der Begriffe „Freistaat“ und „Volksstaat“ eine scharf geführte Auseinandersetzung.

    Soll man nun Kurt Eisner als den Begründer des „Freistaates Bayern“ bezeichnen oder gründete er bloß den „Volksstaat Bayern“?  
    Beide Begriffe wurden im Jahr 1918 gleichzeitig und synonym verwendet und sollten nichts anderes als „Republik“ bedeuten.  

    Aber im Rückblick will man den heute so geschätzten Begriff „Freistaat“ nicht ausgerechnet einem linken Politiker zuschreiben.  
    Dagegen denkt man bei „Volksstaat“ eher an die Sprache des „Dritten Reiches“ und der damaligen „DDR“.

    Der „SPD-Vorschlag“ lautet: „Kurt Eisner. 1867 - 1919. Begründer des Freistaats Bayern und Ministerpräsident wurde am 21. Februar 1919 hier vor seinem Amtssitz ermordet“.

    Es soll aber derjenige die Mehrheit erhalten, der das Reizwort „Freistaat“ vermeidet.  
    Der Vorschlag von Bürgermeister Dr. Winfried Zehetmeier [CSU] setzt sich bei der Abstimmung mit einer Mehrheit aus „CSU“, „FDP“ und „Grüne/ALM“ gegen die Stimmen der „SPD“ durch.

    Die Inschrift auf der Gedenktafel - als die „offizielle Wahrheit“ - lautet deshalb:  
    „KURT EISNER, DER AM 8. NOVEMBER 1918 
    DIE BAYERISCHE REPUBLIK AUSRIEF,
    NACHMALIGER MINISTERPRÄSIDENT
    DES VOLKSSTAATES BAYERN, WURDE

    AN DIESER STELLE AM 21. FEBRUAR 1919
    ERMORDET.“

  • 22.2.1993 (vor 27 Jahren)

    München-Graggenau - München-Trudering * Die Beibehaltung des Straßennamens der „Von-Trotha-Straße“ wird beschlossen.  

    Die zugehörige Namenserläuterung wird aber derart geändert, dass diese nicht mehr dem „General“ Lothar von Trotha, sondern dem gesamten Adelsgeschlecht der „von Trotha“ gewidmet ist. 

  • 22.2.2012 (vor 8 Jahren)

    München-Theresienwiese * Der ehemalige Wiesnwirt vom „Hippodrom“, Anton Weinfurtner, stirbt im Alter von 80 Jahren. 

    Er erliegt im „Klinikum Bogenhausen“ den Verletzungen, die er sich am Tag zuvor (Faschingsdienstag) bei einem Sturz zugezogen hat.