Am 23. September geschah

  • 23.9.1699 (vor 320 Jahren)

    Regensburg * Die protestantischen Stände beschließen in Regensburg die Annahme eines „verbesserten Kalenders“, eben den Gregorianischen Kalender, der in den katholischen Gebieten schon lange eingeführt ist. 

    Damit endet ein 117 Jahre andauernder Streit.

  • 23.9.1795 (vor 224 Jahren)

    München * Nachdem zwei Tage zuvor das Gerücht in Umlauf gesetzt worden war, dass mehrere Tausend Scheffel Getreide ausgeführt werden sollen, versammeln sich einige Hundert verärgerte Menschen vor dem Rathaus und fordern vom Magistrat das energische Eintreten für eine Getreide-Ausfuhrsperre

    Eine Delegation begibt sich zum Kurfürsten, der wegen der Vorgänge einen Theaterbesuch absagen muss und schon deshalb zu hartem Vorgehen entschlossen ist. Er lässt seine Truppen in Alarmbereitschaft versetzen, die Stadttore verschließen und in den Straßen berittenes Militär patroullieren. 

    Auf Vermittlung der Kurfürstin-Witwe Maria Anna empfängt Carl Theodor die Delegation.
    Obwohl der Kurfürst die Verhandlungen verzögern möchte, können die Bürgervertreter dennoch Sofortmaßnahmen durchsetzen.

  • 23.9.1805 (vor 214 Jahren)

    Paris - Wien * Napoleon Bonaparte erklärt Österreich den Krieg. 

  • 23.9.1815 (vor 204 Jahren)

    Elbach bei Miesbach * „Vor dem Hause der Mayrin zu Elbach bei Miesbach [wird] Haberfeld getrieben“

  • 23.9.1854 (vor 165 Jahren)

    München * Die Münchner Armenärzte übernehmen wieder die Behandlung der Cholera-Kranken.

  • 23.9.1885 (vor 134 Jahren)

    München * Carl Spitzweg stirbt in München. 

  • 23.9.1889 (vor 130 Jahren)

    München * In München findet der erste Bayerische Katholikentag statt. 

  • 23.9.1916 (vor 103 Jahren)

    München-Theresienwiese * Eigentlich müsste das Oktoberfest beginnen.

    Es fällt diese Jahr aber erneut kriegsbedingt aus. 

  • 23.9.1918 (vor 101 Jahren)

    Berlin * Der Zeichnungsfrist für die 9. Kriegsanleihe beginnt offiziell. 

    Es wird die Letzte in diesem Krieg sein. 

  • 23.9.1918 (vor 101 Jahren)

    Berlin * Die MSPD-Reichstagsfraktion und der Parteiausschuss der MSPD beschließen in einer gemeinsamen Sitzung mit einer deutlichen Mehrheit von 80 : 21 Stimmen, sich an einer Koalitionsregierung mit den bürgerlichen Parteien zu beteiligen, falls sich die Möglichkeit dazu bietet. Die Bedenkenträger bleiben in der Minderheit. Dies auch deshalb, weil noch immer keine Klarheit über die militärische Lage herrscht.

    Der Regierungseintritt wird an die Erfüllung eines Forderungskatalogs geknüpft, der die Parlamentarisierung verlangt und auf die Friedensresolution vom 19. Juli 1917 Bezug nimmt, in der sie für „einen Frieden der Verständigung und der dauernden Versöhnung der Völker“ eintrat.

    Die Partei entsendet Philipp Scheidemann als Staatssekretär ohne Portefeuille, Gustav Bauer soll das Reichsarbeitsamt übernehmen.

    Otto Wels warnt Friedrich Ebert: „Bist du von Gott verlassen, lass doch zum Teufel den Frieden diejenigen schließen, die den Krieg geführt und Verantwortung getragen und den Waffenstillstand gefordert haben“.

    Im MSPD-Parteiausschuss gibt Erhard Auer zu bedenken: „Mit dem Eintritt in die Regierung werden wir gewissermaßen eine Mittelpartei, und die Unabhängigen, die heute nichts sind, werden dann scheinbar die einzige Oppositionspartei sein“

  • 23.9.1933 (vor 86 Jahren)

    München-Berg am Laim * Der NSDAP-Stadtrat W. Holzwarth stellt den Antrag auf Umbenennung der Schüleinstraße und des Schüleinplatzes in Berg am Laim.

    In seiner Begründung gibt er an, dass der „Kommerzienrat Joseph Schülein keine besonderen Verdienste, weder in sozialer Hinsicht, noch um die Stadtgemeinde München im Besonderen, nachgewiesen werden können“ und aus diesem Grund „keine Veranlassung besteht, dass in einem nationalsozialistischen Staate eine Strasse und ein Platz nach einem Juden benannt werden. 

    Schülein war Hauptaktionär und Aufsichtsrat-Vorsitzender der Löwenbrauerei und bei seinem nicht unbeträchtlichen Einkommen und grossem Vermögen, dürfte es wohl nicht als besonderes Verdienst anzurechnen sein, wenn er von diesen Geldern wieder einen kleinen Bruchteil der Allgemeinheit für bestimmte Zwecke zur Verfügung stellte. [...]

    Ausserdem hat meines Wissens gerade Schülein dafür gesorgt, dass der grösste Teil der Landbrauereien Bayerns [mehrere 1.000 Betriebe] durch die Löwenbrauerei aufgekauft wurden.
    Sämtliche aufgekauften Betriebe wurden sofort geschlossen, wodurch die in Bayern blühende Land-Bier-Industrie vollständig vernichtet wurde. 

    Die daraus sowohl für die einschlägige Industrie und das Handwerk, als auch für den Arbeitslosenmarkt entstandenen und zugefügten Schäden sind gar nicht zu übersehen“.

  • 23.9.1961 (vor 58 Jahren)

    München-Theresienwiese * Ludwig Wiggerl Hagn übernimmt das Schützenzelt von seiner Mutter.

  • 23.9.1964 (vor 55 Jahren)

    München * Der Spruch „München - Deutschlands heimliche Hauptstadt“ geht auf eine Titelgeschichte des Magazins Der Spiegel zurück.

  • 23.9.1972 (vor 47 Jahren)

    München-Theresienwiese * Gerd Käfer betreibt seine Käfer Wies‘nschänke als die kleinste der 14 Festhallen auf dem Oktoberfest.

  • 23.9.1974 (vor 45 Jahren)

    USA * Die Single von John Lennon, Whatever gets you through the night und Beef Jerky wird veröffentlicht. 

    Mit dem Lied erreicht hat er seinen ersten Nummer-1-Hit seiner Solokarriere in den USA. 

  • 23.9.1975 (vor 44 Jahren)

    USA * Yoko Ono ist schwanger. 

    Aus diesem Grund wird die Ausweisung von John Lennons ausgesetzt. 

  • 23.9.1980 (vor 39 Jahren)

    München-Graggenau * Der Kanzlerkandidat der CDU/CSU, Franz Josef Strauß, will vor seiner Rede auf dem Marienplatz von der Polizei Demonstranten entfernen lassen, die auf Transparenten Stoppt Strauß fordern und durch Sprechchöre auf sich aufmerksam machen.

    Da der Einsatzleiter dazu keine rechtliche Grundlage sieht, wird auf der Stelle von Strauß (jetzt in seiner Eigenschaft als bayerischer Ministerpräsident) abgesetzt.

    Die Demonstranten sehen sich kurz darauf von einem großen Polizeiaufgebot umzingelt. 

  • 23.9.1995 (vor 24 Jahren)

    München-Graggenau * Bei der an der Feldherrnhalle stattfindenden Demonstration gegen das Karlsruher Kruzifix-Urteil unterzieht sich Kardinal Friedrich Wetter nicht der Mühe, die Debatte zu versachlichen. 

    Im Gegenteil, er heizt die emotional eh schon aufgeheizte Stimmung gegen das vermeintliche Karlsruher Intoleranzedikt noch an. 

  • 23.9.1998 (vor 21 Jahren)

    München-Haidhausen * Nach einer ausgiebigen Schönheitskur wird der Brunnen am Bordeauxplatz wieder der Öffentlichkeit übergeben. 

  • 23.9.2012 (vor 7 Jahren)

    München-Theresienwiese * Am ersten Wiesn-Wochenende kommen trotz eines verregneten Samstags immerhin noch 850.000 Menschen aufs Oktoberfest. Knapp eine Million Mass Bier und neun Ochsen werden verzehrt.

  • 23.9.2018 (vor 1 Jahr)

    München-Theresienwiese * Um Punkt zwölf Uhr schickt Oberbürgermeister Dieter Reiter auf Facebook einen Post: „Jetzt nochmal komplett: Auf eine friedliche Wiesn“.

    Er hatte diesen wichtigen Zusatz am Vortag nach dem Anstich des ersten Wiesn-Fasses im Schottenhamel einfach vergessen. 

  • 23.9.2018 (vor 1 Jahr)

    München-Theresienwiese * Am Nachmittag schlägt das Sturmtief Fabienne zu. Der orkanartige Sturm hält die Wiesn-Besucher in Trab. Den Zaun an der Oidn Wiesn hat der Wind auf hundert Meter umgeschmissen.

    Über die Lautsprecheranlage werden die Besucher vor eventuell umstürzenden Bäumen und herumfliegenden Gebäudeteilen gewarnt. Die Festleitung empfiehlt um 20:57 Uhr den Außenbereich ganz zu meiden.