Am 11. November geschah

  • 11.11.1158 (vor 861 Jahren)

    Roncaglia * Zwischen dem 11. und 26. November 1158 findet in Roncaglia ein „Reichstag“ statt.

    Dabei erlässt Kaiser Friedrich Barbarossa ein Gesetz, das jede nicht genehmigte Erhebung von Abgaben untersagt.  

    Darunter fällt freilich auch die unrechtmäßige „Verlegung des Marktrechts“ von Freising nach Föhring durch - den inzwischen verstorbenen - Bischof Otto I..  

    Auffällig ist dabei die Nähe dieses Gesetzes und der Wormser Urkunde vom 6. April 1156 zum „Föhringer Konflikt“

  • 11.11.1178 (vor 841 Jahren)

    Speyer * Herzog Heinrich XII. der Löwe erhebt auf dem „Hoftag zu Speyer“ Klage gegen den „Fürstbischof“ Philipp von Köln und andere Fürsten, weil diese ihm „Unrecht“ zugefügt haben.

    Der ebenfalls anwesende Kölner Bischof hat zwar mit seiner „Gegenklage“ einen schwachen Stand, doch Kaiser Friedrich Barbarossa greift nicht Herzog Heinrichs, sondern die Klage seiner Gegner auf und setzt zur Behandlung dieser Angelegenheit einen „Hoftag in Worms“ an. 

  • 11.11.1181 (vor 838 Jahren)

    Erfurt * Herzog Heinrich der Löwe muss sich auf dem „Hoftag zu Erfurt“ den Kaiser zu Füßen werfen und um Gnade bitten.  

    Mit dieser Geste ist die Entmachtung des einst einflussreichen Herzogs vollstreckt.  

    Der Kaiser ist durch das „lehnsrechtliche Urteil“ ohne jede Handlungsmöglichkeit.  
    Nur noch die Rückgabe des Eigenbesitzes gesteht man dem Ex-Herzog Heinrich „dem Löwen“ unter der Voraussetzung zu, dass dieser sich zu einem Exil am Königshof in London - bei seinem Schwiegervater - bereit erklärt.  

    Die deutschen Fürsten meinen, er soll künftig nicht mehr ihrem „Stand“ angehören. 

  • 11.11.1184 (vor 835 Jahren)

    Freising * Der Freisinger Bischof Albert I. von Harthausen stirbt.  

    Sein Nachfolger auf dem Bischofsstuhl wird Otto II. von Berg. 

  • 11.11.1417 (vor 602 Jahren)

    Konstanz * Das „Konklave“ entscheidet sich für den Italiener Oddo di Colonna, der sich den Namen Martin V. gibt. 

    Damit hat die Kirche wieder einen von allen anerkannten Papst.

    Das „Abendländische Schisma“ gilt damit als beendet. 

  • 11.11.1487 (vor 532 Jahren)

    Haidhausen * Letztmals zahlt die Stadt die Pacht für das „Abziegeln“ von Grundstücken der Familie Pötschner in Haidhausen.

    Ab sofort wird der eigens für den Bau der „Frauenkirche“ gepachtete „Ziegelstadel“ nicht mehr gebraucht.

  • 11.11.1613 (vor 406 Jahren)

    Neuburg * Magdalena, eine Schwester von Herzog Maximilian I., geht in München eine Ehe mit dem protestantischen Herzog Wolfgang-Wilhelm von Pfalz-Neuburg ein.

    Der Pfalzgraf konvertiert bei dieser Gelegenheit zum katholischen Glauben.

  • 11.11.1698 (vor 321 Jahren)

    Madrid * König Carl II. von Spanien ernennt den sechsjährigen baierischen Kurprinzen Joseph Ferdinand zum „Prinzen von Asturien“ und damit zum „alleinigen Erben der spanischen Monarchie“.  

    Nun gibt sich der baierische Kurfürst Max Emanuel, der inzwischen Therese Kunigunde, die Tochter seines ehemaligen Waffengefährten, des polnischen Königs Johann III. Sobieski, geheiratet und im Mai 1698 seinen Sohn nach Brüssel hat bringen lassen, zu weiteren hochfliegenden Zukunftsträumen hin.  

    Wenn er großzügig den Besitz des Gesamthauses Wittelsbach zusammen zählt, dann sind die großen europäischen Dynastien überflügelt:  
    Baiern, Spanien, beide Indien, Niederlande, Mailand, Neapel, Sizilien in einer Hand - Schweden, Kurpfalz, Jülich und Berg, Neuburg, Köln, Lüttich und Berchtesgaden sind von Verwandten besetzt.  

    Das Testament des spanischen Königs stößt aber auf den Widerstand von Frankreich und Österreich.
    Damit kann die politische Zukunft für den Thronfolger keineswegs als gesichert angesehen werden. 

  • 11.11.1772 (vor 247 Jahren)

    München * Der „Feiertag des heiligen Martin“ wird letztmals gefeiert. 

    Er wird am 14. Dezember 1772 durch eine vorausgehende päpstliche „Breve“ vom 16. Mai 1772 abgeschafft. 

  • 11.11.1809 (vor 210 Jahren)

    Tirol * Andreas Hofer hat sich inzwischen in das „Sandwirtshaus“ in Sankt Leonhard zurückgezogen.

    Wieder ändert er seine Meinung und bricht sein gegebenes Wort, indem er einen weiteren Kampfaufruf unterschreibt.
    „Wenn Wir nachgeben ist Glaube, Religion, Volk und alles hin. Wer widerstrebt, ist ein Feind Gottes und des Vaterlands“.

  • 11.11.1865 (vor 154 Jahren)

    Schloss Hohenschwangau * Zwischen dem 11. und dem 18. November hält sich Richard Wagner bei Ludwig II. in „Schloss Hohenschwangau“ auf.

    Während diesen ausdauernden Gesprächen fordert Wagner die Entlassung seiner Widersacher, des „Königlichen Kabinettssekretärs“ Franz Seraph von Pfistermeister und des bayerischen „Ministerpräsidenten“ Ludwig von der Pfordten. 
    Respektlos spricht der Komponist von „Pfi“ und „Pfo“

    Wagner will, dass König Ludwig II. ein neues „Kabinett“ bildet.

  • 11.11.1871 (vor 148 Jahren)

    München * Die „Kreislehrerinnenbildungsanstalt für Oberbayern“ wird als „Lehranstalt für weltliche Lehrerinnen“ durch einen Beschluss des „Bayerischen Landtags“ gegründet.

    Damals werden Schulen nur von klösterlichen Lehrerinnen geleitet.
    Für interessierte und begabte Frauen ist es jedoch nur über Einrichtungen dieser Art möglich, eine beruflich gehobene Qualifikation zu erreichen und damit zu gesellschaftlichem Ansehen zu kommen. 

    Da die Universitäten „frauenfrei“ gehalten werden, ist der Beruf der „Volksschullehrerin“ eine der wenigen, möglichen Alternativen. 

  • 11.11.1916 (vor 103 Jahren)

    Berlin - München * Kaiser Wilhelm II. Beileidstelegramm zum Tode des wittelsbachischen Prinzen Heinrich zielt ausdrücklich auf das „fürstliche Blut“, das der Prinz „für den Ruhm des bayerischen Königshauses und für die Ehre des deutschenh Vaterlandes treulich zum Opfer gebracht“ hat. 

  • 11.11.1917 (vor 102 Jahren)

    München-Kreuzviertel * Otto von Dandl wird „Bayerischer Ministerpräsident“ und „Außenminister“ als Nachfolger von Georg Freiherr von Hertling.

  • 11.11.1917 (vor 102 Jahren)

    Wien * Bei einer „Friedensversammlung“ in Wien wird die Parole „Gebt uns den Frieden wieder oder wir legen die Arbeit nieder“ ausgegeben. 

  • 11.11.1918 (vor 101 Jahren)

    München - Bern * Nach der Bekanntgabe der harten Waffenstillstandsbedingungen startet Ministerpräsident Kurt Eisner in der Nacht zum 11. November eine eigenständige, vom Reich völlig unabhängige bayerische Außenpolitik.

    Über den Schweizer Bundesrat in Bern schickt er einen Appell der neuen bayerischen Regierung an die Regierungen der Siegermächte. Er ist zugleich ein Aufruf an die Proletarier aller Länder:

    „Das bayerische Volk hat zuerst in Deutschland unter Führung von Männern, die seit Beginn des Krieges den leidenschaftlichsten Kampf gegen die frevelhafte Politik der deutschen Regierungen und Fürsten geführt haben, in einer stürmischen und vom endgültigen Erfolg gekrönten Erhebung alles und alles beseitigt, was schuldig und mitschuldig an dem Weltkrieg war. […]

    In diesem Augenblicke stürzt auf die junge Republik Bayern die Veröffentlichung der Waffenstillstandsbedingungen der alliierten Mächte herein. Alle Hoffnungen, die wir durch den Erfolg der Revolution hegen durften, sind damit zerstört. Die neue Republik wird, wenn diese entsetzlichen Bedingungen unabänderlich sein sollten, in kurzer Zeit Wüste und Chaos sein. […]

    Jetzt ist die Stunde gekommen, wo durch einen Akt weitausblickender Großmut die Versöhnung der Völker herbeigeführt werden kann. Vergesst in der Schöpfung der neuen Welt den Hass, der in der alten erzeugt worden ist“

  • 11.11.1918 (vor 101 Jahren)

    München-Kreuzviertel * Der Ministerrat erklärt die Königliche Zivilliste als Staatseigentum. Sie wird umbenannt in „Verwaltung des ehemaligen Kronguts“

  • 11.11.1918 (vor 101 Jahren)

    München * Generalmajor von Kunzmann übernimmt die Aufgaben des am Tag zuvor enthobenen Stadtkommandanten Arnold. 

  • 11.11.1918 (vor 101 Jahren)

    München - Bayern * Bei allen Betrieben der Bayerischen Verkehrsverwaltung ​erfolgt 

    • die Einführung des Achtstundentages und  
    • die Abschaffung der Stücklohn- und Prämienarbeit.
  • 11.11.1918 (vor 101 Jahren)

    München-Kreuzviertel * In der Ministerrats-Sitzung erklärt Ministerpräsident Kurt Eisner, dass die „Revolutionsregierung dem jetzigen improvisierten Parlament nicht verantwortlich sein“ kann. 

  • 11.11.1918 (vor 101 Jahren)

    München * In den Zeitungen erscheint folgender Artikel: 

    „Niemand wird von den Anhängern der Zentrumspartei verlangen können, dass sie die Prinzipien ihrer Weltanschauung und die Grundsätze der Partei ändern.
    Wohl aber fügen wir uns den gegebenen Verhältnissen“.

  • 11.11.1918 (vor 101 Jahren)

    München * Erzbischof Michael von Faulhaber rät dem päpstlichen Nuntius Eugenio Pacelli die Stadt umgehend zu verlassen, da seine Person gefährdet sei. 

  • 11.11.1918 (vor 101 Jahren)

    Freistaat Bayern * Die Münchener Post meldet die friedliche Bildung von Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräten in Ingolstadt, Regensburg, Straubing, Augsburg, Kaufbeuren, Lindau, Bamberg, Landshut, Nürnberg und Würzburg. 

  • 11.11.1918 (vor 101 Jahren)

    Berlin * Der Rat der Volksbeauftragten teilt in einem Erlass mit, dass die Staatssekretäre und die Leiter der Reichsbehörden von der Reichsregierung mit der vorläufigen Weiterführung der Geschäfte beauftragt worden sind. 

  • 11.11.1918 (vor 101 Jahren)

    Berlin * Der Rat der Volksbeauftragten ermächtigt die Oberste Heeresleitung - OHL, Anordnungen zu treffen, mit denen die notwendige Disziplin aufrecht erhalten werden soll.

    Dagegen gibt es heftige Proteste der Soldatenräte, was die Regierung zur Präzisierung seiner Anordnung zwingt. Die Ermächtigung soll nur für die Durchführung der Waffenstillstandsbedingungen gelten. 

  • 11.11.1918 (vor 101 Jahren)

    Berlin * In Berlin wird der Spartakusbund als Propagandavereinigung gegründet. 

    Er ist vorerst noch keine Partei. Seine Mitglieder gehören der USPD an.

  • 11.11.1918 (vor 101 Jahren)

    Oldenburg * Großherzog Friedrich August von Oldenburg erklärt seinen Thronverzicht.

    Aus dem Großherzogtum Oldenburg wird ein republikanisch verfasstes Land, das als parlamentarische Demokratie regiert wird. 

  • 11.11.1918 (vor 101 Jahren)

    Coburg * Herzog Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha tritt von der Regierung zurück. 

  • 11.11.1918 (vor 101 Jahren)

    Gera - Greiz * Der Arbeiter- und Soldatenrat zwingt die Regierung des Fürstentums Reuß jüngere Linie zum Rücktritt. 

  • 11.11.1918 (vor 101 Jahren)

    Wien * Karl I., der schon eine Woche vorher von einzelnen Medien als „der ehemalige Kaiser“ bezeichnet worden war, wird von den republikanisch gesinnten deutsch-österreichischen Spitzenpolitikern und seiner letzten k.u.k. Regierung dazu bewogen, auf „jeden Anteil an den Staatsgeschäften“ zu verzichten.

    Die förmliche Abdankung hatte er zuvor abgelehnt.

    Am selben Tag entlässt der Ex-Kaiser die funktionslos gewordene k.u.k. Regierung

  • 11.11.1918 (vor 101 Jahren)

    Compiégne * Staatssekretär Matthias Erzberger, ein liberaler Politiker der katholischen Zentrumspartei, unterzeichnet für das Deutsche Reich das Waffenstillstandsabkommen im französischen Compiègne.

    Einen großen Verhandlungsspielraum ließ die von Marschall Ferdinand Foch vorgelegte Liste mit den Waffenstillstands-Bedingungen, verbunden mit einem 72-stündigen Ultimatum zur Annahme oder Ablehnung, nicht zu.

    Da der deutschen Delegation die Bedingungen als sehr hart erscheinen, sucht Erzberger Rücksprache mit dem neuen Reichskanzler Friedrich Ebert. Dieser weist den Leiter der Verhandlungskommission nach Rücksprache mit dem Chef der Obersten Heeresleitung - OHL, Paul von Hindenburg, an, den „Waffenstillstand zu jedweden Bedingungen“ anzunehmen.

    Der Vertrag wird am 11. November zwischen 5:12 Uhr und 5:20 Uhr französischer Zeit unterzeichnet. Um 11 Uhr enden damit die kriegerischen Auseinandersetzungen.

    188.000 bayerische Soldaten sind im Ersten Weltkrieg gefallen, mehrere Hunderttausend wurden verwundet. 

  • 11.11.1937 (vor 82 Jahren)

    München-Bogenhausen * Die ehemalige „Thomas-Mann-Villa“ in der Poschingerstraße 1 (heute: Thomas-Mann-Allee 10) wird dem „Lebensborn“ zur Verfügung gestellt.

    Er richtet hier seine Zentrale ein, nachdem der Vereinssitz von Berlin nach München verlegt wird.

  • 11.11.2018 (vor 1 Jahr)

    München-Maxvorstadt * Zum siebten Mal veranstaltet die SAUBANDE, der Valentin-Karlstadt-Förderverein, eine Benefiz-Matinée im Münchner Volkstheater. Es treten auf:

     

    Die namhaften Künstlerinnen und Künstler geben ihr Bestes, garniert mit valentinschen Spitzen.