Fakten

16. März 1920

Der „Antisemitismus“ wird gewalttätig

München * Der „Antisemitismus“ wird gewalttätig.

Der konservative „Ministerpräsident“ Gustav von Kahr (BVP) kündigt in seiner ersten Regierungserklärung an, gegen die „Überfremdung durch Stammesfremde“ einzuschreiten und erklärt die „Reinhaltung des eigenen Volkes von fremden Elementen“ zum Gebot der Stunde. 
Er meint damit den besonders verhassten „Teil der jüdischen Rasse“, die „Ostjuden“.

Und Münchens „Polizeipräsident“ Ernst Pöhner hält es für nicht ausgeschlossen, wenn „wegen der unerträglichen Teuerung etwas unternommen, etwa einige Juden aufgehängt würden“.

Gegen die gewalttätigen und gewaltbereiten „Antisemiten“ unternimmt die Münchner Polizei allerdings nichts.
Nun wird die Situation für die jüdischen Mitbürger unerträglich.
Viele verlassen die Stadt.

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